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Krankenkasse: Pflegebedürftige lassen Geld liegen

Schwerin  

Krankenkasse: Pflegebedürftige lassen Geld liegen

28.02.2020, 10:45 Uhr | dpa

Krankenkasse: Pflegebedürftige lassen Geld liegen. Haushaltshilfe

Eine Frau putzt den Fußboden. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Vier von zehn Pflegebedürftigen in Mecklenburg-Vorpommern lassen nach Angaben der Techniker Krankenkasse Geld liegen, das ihnen zusteht. Der sogenannte Entlastungsbetrag wurde im vergangenen Jahr nur von 59 Prozent aller Berechtigten im Nordosten in Anspruch genommen, wie die TK am Freitag in Schwerin nach der Auswertung eigener Daten mitteilte.

Jedem Pflegebedürftigen, der zu Hause lebt, stehen monatlich 125 Euro zur Verfügung, die zum Beispiel für eine Haushaltshilfe verwendet werden können. Im Jahr sind das 1500 Euro. Um die Kosten erstattet zu bekommen, müssen Betroffene bei der Pflegekasse die Belege einreichen.

Das Land hat im Herbst 2019 eine neue Nachbarschaftshilfe eingeführt, für die das Geld aus dem Entlastungsbetrag auch genutzt werden kann. Seit Mitte September können Menschen Geld bekommen, wenn sie mit ihren pflegebedürftigen Nachbarn spazieren gehen, ihnen vorlesen, den Rasen mähen, sie zum Einkaufen oder zum Arzt begleiten. Bis zu acht Euro pro Stunde und maximal 25 Stunden im Monat können steuerfrei abgerechnet werden. Ein Nachbarschaftshelfer darf bis zu zwei Pflegebedürftige unterstützen. Interessierte müssen einen achtstündigen Grundkurs absolvieren und sich als Nachbarschaftshelfer bei den Pflegekassen registrieren lassen.

Auskünfte geben die Pflegestützpunkte, die es in 17 Städten Mecklenburg-Vorpommerns gibt. In weiteren fünf Städten werden regelmäßige Beratungstage abgehalten.

Das Interesse an der Nachbarschaftshilfe ist nach Worten von Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) groß. Die angebotenen Kurse seien ausgebucht. "So wurden nach Angaben der AOK Nordost von Oktober bis Februar 23 Schulungen in ganz MV durchgeführt. 384 Personen erhielten bereits ein Zertifikat", sagte Drese. In den nächsten Monaten seien weitere 32 Schulungen mit jeweils 20 Teilnehmern geplant.

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