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CDU-Politiker: Inklusionsstrategie auf Prüfstand stellen

Schwerin  

CDU-Politiker: Inklusionsstrategie auf Prüfstand stellen

28.02.2020, 12:09 Uhr | dpa

Der CDU-Bildungspolitiker Marc Reinhardt will die Inklusionsstrategie des Landes auf den Prüfstand stellen. "Wenn ich die Signale der Bundesfamilienministerin richtig deute, dann scheint es gute Argumente für eine gewisse Kursänderung zu geben bis hin zu einer Renaissance der Förderschule", sagte er am Freitag in Schwerin. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte sich bei einem Besuch einer Förderschule für Lernschwache in Neukloster (Nordwestmecklenburg) am Dienstag skeptisch zu den Schließungsplänen für die 38 Förderschulen dieser Art in MV bis zum Jahr 2027 geäußert.

Sie finde den Inklusionsgedanken grundsätzlich gut, doch Förderschulen könnten Manches leisten, das an einer herkömmlichen Schule nicht möglich sei, hatte Giffey gesagt. Reinhardt erklärte: "Ich freue mich auf ein Gesprächsangebot des Koalitionspartners."

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) will jedoch am eingeschlagenen Kurs festhalten, wie sie am Freitag klarstellte. "Die Bundesfamilienministerin kannte bei ihrem Besuch vor Ort offensichtlich die Lage in Mecklenburg-Vorpommern nicht, denn wir schließen gar nicht alle Förderschulen", sagte sie.

Die gesetzliche Umsetzung der Inklusion beinhalte, dass ein landesweites Netz an Förderschulen in Mecklenburg-Vorpommern bestehen bleibe. "Wir setzen die Inklusion Schritt für Schritt und mit Augenmaß um. Insofern habe ich mit der Bundesfamilienministerin keinen wirklichen Dissens." Geplant ist jedoch die Schließung der 38 Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Die betroffenen Kinder sollen an Regelschulen im Gemeinsamen Unterricht oder in separaten Lerngruppen unterrichtet werden. Andere Förderschultypen, etwa für Körperbehinderte, sollen erhalten bleiben.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Andreas Butzki, kritisierte Reinhardt. "Er und seine Fraktion haben dem Vorgehen nach ausführlicher Diskussion zugestimmt", sagte Butzki. "Wir haben in großem Einvernehmen die Umsetzung der Inklusion an den Schulen des Landes zeitlich gestreckt, um alle Beteiligten auf dem Weg mitzunehmen und den Übergang gut zu regeln." Nun wolle Reinhardt erneut auf die Bremse treten.

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