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Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Handwerkskammern skeptisch

Cottbus  

Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Handwerkskammern skeptisch

28.02.2020, 15:50 Uhr | dpa

Die Handwerkskammern in Brandenburg haben den Start des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes begrüßt, bleiben aber skeptisch. "Wir freuen uns, wenn die Nachfrage nach Facharbeitern auch auf diesem Weg gestillt wird", sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt Oder/Region Ostbrandenburg Uwe Hoppe, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir glauben aber nicht an einen Run, der jetzt beginnt." Wenn der Arbeitsmarkt im Handwerk für Ausländer so interessant wäre, dann wären schon in den letzten Jahren arbeitslose Handwerker aus der EU nach Deutschland gekommen, so Hoppe.

Für Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus (HWK) ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ein weiterer Baustein, um den Personalmangel in den Betrieben zu mildern. "Lösen wird es das Problem allerdings nicht", sagte er. Nahezu jeder zweite südbrandenburgische Handwerksbetrieb hat seinen Angaben zufolge derzeit offene Stellen. Die Betriebe arbeiteten an ihren Kapazitätsgrenzen. Wartezeiten für Kunden würden länger.

Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, verwies darauf, dass das Handwerk das Fachkräfteeinwanderungsgesetz von Anfang an unterstützt habe und sich deshalb beim Pilotprojekt mit den Partnern aus Bosnien und Herzegowina engagiere. Natürlich sei den Betrieben klar, dass das allein die Fachkräfteprobleme nicht lösen könne. Die Zuwanderung qualifizierter Mitarbeiter könne aber ein wichtiger Baustein bei der Fachkräftesicherung sein. Der Fokus liege jetzt auf einer schnellen und unbürokratischen Umsetzung in der Region.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz als "Meilenstein" für den Standort Deutschland. Beim Besuch eines mittelständischen Unternehmens in Potsdam sagte er, seit einigen Jahren sei der Mangel an Fachkräften eine der größten Wachstumsbremsen für die deutsche Wirtschaft. Dies solle auch mit dem Gesetz, das an diesem Sonntag in Kraft tritt, verbessert werden.

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