Sie sind hier: Home > Regional >

Frauentag-Botschaften: Beschäftigungsquote von Frauen hoch

Kamenz  

Frauentag-Botschaften: Beschäftigungsquote von Frauen hoch

06.03.2020, 09:58 Uhr | dpa

Glückwünsche und Forderungen: Zum Internationalen Frauentag an diesem Sonntag wird auch 2020 die Rolle der Frau in der Gesellschaft kritisch beleuchtet. Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen ist die zentrale Forderung. "In den vergangenen Jahren hat es Fortschritte in der Gleichstellungspolitik gegeben, zum Beispiel Gesetze für mehr Lohngerechtigkeit und für eine Frauenquote in Aufsichtsräten", erklärte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Freitag. Doch das Thema bleibe auf der Agenda.

Als Beispiele nannte Dulig die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der Gleichstellung im Erwerbsleben. Auch mit Blick auf den Fachkräftemangel könnten es sich weder Firmen noch der öffentliche Dienst erlauben, Frauen unter ihrer Qualifikation oder unfreiwillig in Teilzeit zu beschäftigen: "Das mittlere Einkommen von Frauen mit einem Vollzeitjob ist geringer als das der Männer. Nur etwas mehr als jede dritte Frau übt eine Führungsposition aus."

"Dass Frauen und Männer in Sachsen bei gleicher Ausbildung und gleicher Berufserfahrung unterschiedlich verdienen, ist ein Skandal", betonte der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß. Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen bei gleicher Qualifikation und Betriebsgröße liege in Sachsen bei 11,4 Prozent. Nach einer Studie müssten Frauen hier eigentlich 3,9 Prozent mehr verdienen als Männer, wenn man nach erlerntem Beruf und Qualifikation bezahlen würde.

"In Sachsen liegt die Beschäftigungsquote der Frauen mit über 65 Prozent bundesweit am höchsten", erklärte Klaus-Peter Hansen, Chef der Arbeitsagentur Sachsen. Erfreulich sei, dass auf dem Arbeitsmarkt nach und nach etwas mehr Gleichberechtigung einziehe. Der Anstieg der Beschäftigung gehe aber vor allem auf das Konto von Teilzeitarbeit. Laut Hansen liegt damit viel ungenutztes Fachkräftepotenzial brach, auf das man künftig angewiesen sei. 2019 war die Beschäftigungsquote von Frauen im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte auf 65,2 Prozent gestiegen. Bundesweit lag die Quote bei 57,4 Prozent.

"Einerseits unterliegen unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelt einem ständigen Wandel, andererseits halten sich traditionelle Rollenmuster", hob Dulig hervor. Das fange bei der Berufswahl an und geht bis zur Entscheidung, wer ein Unternehmen oder Team führt: "Diese Dinge müssen wir gemeinsam anpacken und Frauen unterstützen - und zwar an jedem Tag." Duligs Parole: "Jeder Tag ist ein Frauentag."

Die Linken forderten am Freitag mehr Unterstützung für Frauen, die eine akademische Laufbahn einschlagen wollen. Denn aus der Statistik geht hervor, dass sie auch in diesem Bereich noch immer benachteiligt sind. "Das Hauptproblem sind die Beschäftigungsverhältnisse. Die ständigen Befristungen machen Familie und Beruf schwer vereinbar", sagte die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann.

Auch das Statistische Landesamt veröffentlichte am Freitag Daten zu Frauen im Freistaat. Demnach können am Sonntag rund 1,8 Millionen Frauen im Alter ab 18 in Sachsen den Frauentag feiern. Ihre Lebenserwartung lag Ende 2018 im Schnitt bei 83,9 Jahren und damit deutlich höher als die von Männern (78,0). Die Sächsinnen brachten im Schnitt 1,6 Kinder zur Welt und waren bei der Geburt durchschnittlich 31,2 Jahre alt. Die Zahl kinderloser Frauen wächst.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal