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Erste Corona-Abstrichzentren in Betrieb

Greifswald  

Erste Corona-Abstrichzentren in Betrieb

12.03.2020, 11:40 Uhr | dpa

Erste Corona-Abstrichzentren in Betrieb. Blick auf die Notaufnahme der Unimedizin Greifswald

Blick auf die Notaufnahme der Unimedizin Greifswald. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

An den Universitätskliniken Greifswald und Rostock sowie in der Helios Klinik Schwerin sind am Donnerstag die ersten Corona-Testzentren im Land in Betrieb gegangen. Insgesamt sind neun solcher Abstrichzentren zur Untersuchung auf das Covid-19-Virus in Mecklenburg-Vorpommern geplant, um die Gesundheitsämter zu entlasten. An der Universitätsmedizin Greifswald wurde das Zentrum vor dem Hauptgebäude eingerichtet. Pressesprecher Christian Arns stellte klar, dass ausschließlich Patienten untersucht werden, die vom Gesundheitsamt oder vom Hausarzt als Verdachtsfälle eingestuft und zum Abstrich überwiesen wurden. "Alle anderen Personen werden ausnahmslos abgewiesen", machte er deutlich.

Die Patienten können wie an Schnellrestaurants mit dem Auto vorfahren und brauchen für den Abstrich nicht auszusteigen, wie er sagte. So würden direkte Kontakte vermieden und Übertragungsmöglichkeiten minimiert. Natürlich könne man auch zu Fuß kommen.

Arns zufolge sind an der Unimedizin Greifswald bisher rund 50 Proben auf das neuartige Coronavirus getestet worden, bisher alle negativ. Kein Patient und kein Mitarbeiter sei in Quarantäne. Seit etwa einem Monat habe die Klinik Räume für Corona-Fälle vorbereitet, sowohl zur Absonderung Infizierter als auch zur Behandlung möglicher Symptome. Die Kapazitäten könnten bei Bedarf kurzfristig ausgebaut werden.

Die Akutintensivstation des internistischen Intensivzentrums der Klinik für Innere Medizin verfüge über 18 Betten mit einer möglichen maschinellen Beatmung von Patienten mit schweren Lungenerkrankungen. Weitere 15 Betten gebe es zur Beatmungsentwöhnung. Weiterhin gebe es auf der Akutintensivstation drei Systeme zur extrakorporalen Lungenunterstützung. Es könnten maximal drei Patienten simultan behandelt werden. "Wir haben ein flexibles Konzept zur Bettennutzung entwickelt, welches uns erlaubt, Patienten mit Covid-19-Infektion zu behandeln und zugleich die normale medizinische Versorgung so störungsarm wie möglich zu gewährleisten", sagte Arns.

Die Unimedizin ist nach seinen Worten aktuell mit allen erforderlichen Schutzmaterialien versorgt. Eine Reihe von Informationsveranstaltungen sei abgesagt worden. Mitarbeiter dürften vorläufig nicht an Kongressen oder Fortbildungsreisen teilnehmen. Auch für Besuche gibt es neue Regeln: Sie würden bis auf Weiteres auf eine Person täglich pro Patient beschränkt. Wer mit Atemwegssymptomen aus Risikogebieten komme oder Kontakt zu bestätigten Fällen hatte, dürfe niemanden im Krankenhaus besuchen. Um den sozialen Kontakt zu ermöglichen, würden alle Telefone freigeschaltet.

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