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Protest nach Abschiebung eines afghanischen Schauspielers

Zittau  

Protest nach Abschiebung eines afghanischen Schauspielers

13.03.2020, 18:13 Uhr | dpa

Ein Laienschauspieler aus Afghanistan ist drei Tage vor der geplanten Premiere eines Stückes am Gerhart-Hauptmann- Theaters Görlitz-Zittau in sein Heimatland abgeschoben worden. Die Leitung der Bühne protestierte am Freitag gegen das Vorgehen der Behörden. "Abgeschoben ohne Not", überschrieb das Theater seine Stellungnahme. Mit dem 21 Jahre alten Mann fehle nun in dem Stück "Endland" einer der wichtigsten Akteure. Bei der Premiere an diesem Samstag werde man die Rolle unbesetzt lassen und so auf der Bühne demonstrieren, "was die Abschiebung von gut integrierten Geflüchteten hinterlässt: eine Lücke in der Gesellschaft".

Nach Angaben des Theaters war der Flüchtling aus Afghanistan 2015 nach Deutschland gekommen, hatte Deutsch gelernt und sich im Jugendclub des Theaters am Standort Zittau engagiert: "Der Sarkasmus des Schicksals: das Theaterstück, das auf dem gleichnamigen Roman von Martin Schäuble basiert, beschreibt eine Zukunft als düstere Dystopie, in der flüchtende Menschen nur noch als "Invasoren" benannt und behandelt werden", hieß es. Der 21-Jährige habe das nun am eigenen Leib erfahren müssen.

"Wir, als Kulturschaffende des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau sind über die Massenabschiebungen Schutzsuchender erschüttert und werden nicht stillschweigend zusehen, wie die Grundrechte der Demokratie missachtet werden", teilte die Bühne mit: "Wir fordern eine tragfähige Wende in der Asylpolitik und keine Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete."

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