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Wegen Unruhen nach Coronafall: Polizei verlegt Flüchtlinge

Suhl  

Wegen Unruhen nach Coronafall: Polizei verlegt Flüchtlinge

17.03.2020, 18:30 Uhr | dpa

Wegen Unruhen nach Coronafall: Polizei verlegt Flüchtlinge. Polizei

Polizist in Uniform. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Polizei in Thüringen hat mehrere Männer aus der unter Quarantäne stehenden Landeserstaufnahmestelle für Asylbewerber in Suhl wegen Widerstands gegen die Isolationsbestimmungen verlegt. Es seien insgesamt 22 Personen in die ehemalige Jugendarrestanstalt in Arnstadt gebracht worden, teilte ein Sprecher der Landespolizeidirektion am Dienstag in Erfurt mit. Zuvor hatte die Polizei angegeben, es hätten 17 Menschen aus der Einrichtung geholt werden sollen. Die mutmaßlichen Störer hätten sich in den vergangenen Tagen in grober Weise den getroffenen Quarantäneanordnungen widersetzt. Mit dem Einsatz setze die Polizei eine Anordnung des zuständigen Gesundheitsamtes um. Der Einsatz habe ohne verletzte Personen oder größere Zwischenfälle abgeschlossen werden können, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Die Polizei war nach Angaben des Sprechers mit etwa 200 Beamten im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes sowie viele Bereitschaftspolizisten. Auch die Feuerwehr sei vor Ort gewesen, weil der Verdacht bestand, die Störer hätten das Gebäude in Brand setzen können. Nach Angaben von Augenzeugen war unter anderem auch ein Wasserwerfer in Bereitschaft gehalten worden. Viele der eingesetzten Beamten trugen Hygieneschutzkleidung über ihrem Einsatzanzug.

In dem Flüchtlingsheim war ein Mann positiv auf das Coronavirus getestet worden, danach waren alle etwa 500 dort lebenden Asylbewerber unter Quarantäne gestellt worden. In den vergangenen Tagen hatten einige von ihnen etwa versucht, die Einrichtung zu verlassen. Am Montag hatten 15 bis 20 Menschen offenbar aus Protest gegen die Quarantäne zudem teilweise den Weg zur Kantine blockiert.

In dem Flüchtlingsheim war es 2015 zu heftigen Krawallen gekommen, bei denen mehrere Menschen verletzt worden waren, darunter auch Polizisten. Damals waren mehr als 100 Beamte im Einsatz gewesen, um die Ausschreitungen zu beenden.

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