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Deutsch-dänische Grenzbeziehungen sollen Kulturerbe werden

Handewitt  

Deutsch-dänische Grenzbeziehungen sollen Kulturerbe werden

31.03.2020, 13:00 Uhr | dpa

Deutsch-dänische Grenzbeziehungen sollen Kulturerbe werden. Deutsch-dänische Grenzbeziehungen sollen Kulturerbe werden

Kinder in Schleswig-Holstein schwenken bei einem Empfang dänische und deutsche Flaggen. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Kopenhagen (dpa) - Deutschland und Dänemark haben das Zusammenleben der Minderheiten in ihrer Grenzregion offiziell für die Aufnahme in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen. Die Nominierung wurde vor Ablauf der Antragsfrist bei der Kulturinstitution der Vereinten Nationen eingereicht, wie das dänische Kulturministerium am Dienstag bekanntgab. Ein Beschluss zur Aufnahme wird im Jahr 2021 gefällt, wie auch die deutsche Unesco-Kommission erklärte.

Das deutsch-dänische Minderheitenmodell in der Grenzregion gilt international als Vorbild friedlicher Koexistenz. "Das Zusammenleben im deutsch-dänischen Grenzland ist eine Erfolgsgeschichte. Denn hier ist eine Modellregion für das Miteinander entstanden", erklärte Staatsministerin Michelle Müntefering, die die Nominierung gemeinsam mit der dänischen Kulturministerin Joy Mogensen unterzeichnet hatte. Die Nominierung sei gerade während der aktuellen Corona-Krise "ein immens wichtiges Signal für Austausch, Dialog und kulturelle Zusammenarbeit in Europa".

100 Jahre nach der Grenzziehung würdigen die beiden Nachbarländer ihr Verhältnis derzeit mit einem gemeinsamen kulturellen Freundschaftsjahr. Die Dänen zelebrieren die friedliche Neuziehung der Grenze unter dem Motto "Genforeningen 2020" (Wiedervereinigung 2020) zudem mit einem Jubiläumsjahr voller Konzerte, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen. Wegen der strikten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus liegen die Veranstaltungen von Freundschaftsjahr und Genforeningen nach Angaben der deutschen Botschaft in Kopenhagen aber im Moment auf Eis.

Die Minderheiten im Grenzgebiet haben nach dänischen Angaben bereits seit 2016 auf die Unesco-Nominierung hingearbeitet. 15 000 Deutsche leben heute im dänischen Nordschleswig, die dänische Minderheit im deutschen Schleswig umfasst rund 50 000 Menschen.

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