Sie sind hier: Home > Regional >

Wie Corona Großprojekte beeinflussst

Altlußheim  

Wie Corona Großprojekte beeinflussst

05.04.2020, 08:28 Uhr | dpa

Wie Corona Großprojekte beeinflussst. Baustellenbesichtigung vor dem gesperrten Teil der Hochstraße Süd

Baustellenbesichtigung vor dem abgesperrten Teil der Hochstraße Süd. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Schulen geschlossen, Geschäfte zu - aber nicht überall in Rheinland-Pfalz herrscht wegen der Corona-Krise Stillstand. "Unsere Baustellen laufen aktuell überwiegend normal weiter. Neue Projekte werden ausgeschrieben und vergeben", sagt Arno Trauden, Geschäftsführer des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz in Koblenz. Ein genereller Baustopp, meint er, wäre in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten in vielen Branchen ein falsches Signal. Einzig auf persönlichen Kontakt werde verzichtet. "Projektbesprechungen finden derzeit als Telefonkonferenzen statt."

Auch mit einer Reihe interner Sofort-Maßnahmen hat der LBM auf die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus reagiert. So arbeitet der Betriebsdienst der 70 Straßen- und Autobahnmeistereien im wöchentlichen Wechsel. Die Arbeitsgruppen wurden hälftig aufgeteilt: Eine Gruppe ist weiter im Dienst und sorgt für die Verkehrssicherheit auf der Strecke, die andere Gruppe ist in Arbeitsbereitschaft.

"Das Wetter ist derzeit optimal für Bauarbeiten", meint Trauden. "Auch können wir gerade auf hochbelasteten Strecken einfacher bauen, da aktuell deutlich weniger Verkehr unterwegs ist." Gerade auf den Baustellen könne der erforderliche Abstand zwischen den arbeitenden Menschen gut eingehalten werden.

Ähnlich sieht es der ADAC Mittelrhein. Bis auf den Lastwagenverkehr sei es derzeit auf den Straßen in Rheinland-Pfalz recht ruhig, sagt Experte Herbert Fuss. "Der Vorteil: Baustellen können vorangetrieben werden." Fuss rechnet auch mit einem Rückgang von Unfällen.

Auch in Ludwigshafen schreiten die Vorbereitungen zum Teilabriss der maroden Hochstraße Süd fort. Die Entwicklung hänge aber von den weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie ab, hieß es. Schon im März sei es zu Einschränkungen im Ablauf gekommen - die Baustellenplanung sei so koordiniert worden, dass sie den Anforderungen an die Gesundheit und die Sicherheit der Arbeiter entspreche. Dazu gehören etwa ein größerer Abstand und strenge Hygienevorschriften. Eine weitere Prognose sei angesichts der Pandemie aber nicht zu treffen.

Im pfälzischen Weilerbach entsteht derzeit das größte amerikanische Militärhospital außerhalb der Vereinigen Staaten. Zum Stand Ende März habe es keine terminlichen Auswirkungen auf das Projekt gegeben, das durch die Corona-Pandemie verursacht worden wäre, hieß es auf Anfrage der dpa. Allerdings sei möglicherweise erst in ein bis zwei Monaten klar, inwieweit eventuelle Lieferengpässe oder erhöhte Krankenstände, die auf Corona zurückzuführen sind, das Projekt wesentlich terminlich beeinflussen. Das Hospital soll bis Ende 2024 fertig sein.

Ein weiteres Großprojekt in Rheinland-Pfalz sendet ebenfalls positive Signale in der Krise: die Sanierung der Salierbrücke bei Speyer. Die Pandemie habe bisher noch keine Auswirkungen gehabt, verlautete von den Organisatoren. Man hoffe, dass dies so bleibe - dann könnten die Arbeiten im März 2022 beendet werden. Zuletzt hatte eine günstige Witterung gar einen Fortschritt der Arbeiten an der Rheinquerung zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ermöglicht.

Die rund 600 Meter lange Brücke ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Rhein-Neckar-Region. In den vergangenen Jahren überquerten täglich etwa 28 000 Fahrzeuge auf ihr den Rhein.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal