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Suchthilfe erwartet Zunahme der Probleme durch Corona-Krise

Dresden  

Suchthilfe erwartet Zunahme der Probleme durch Corona-Krise

06.04.2020, 14:49 Uhr | dpa

Suchthilfe erwartet Zunahme der Probleme durch Corona-Krise. Cannabis

Hanf-Pflanzen. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Fachleute befürchten eine Zunahme der Suchtprobleme in der Corona-Krise. Die Situation in betroffenen Familien könne sich verschärfen und Hilfesysteme besonders fordern, teilte die Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren am Montag mit. Der aktuelle "Suchtbericht 2019" vermerkt unter anderem eine weiter sinkende Zahl der Crystal-Konsumenten, die eine Beratungsstelle aufsuchen. Ihre Zahl ging in den vergangenen drei Jahren um 20 Prozent zurück, bei Cannabis nahm die Konsumentenzahl dagegen zu.

Droge Nummer 1 bleibt der Alkohol. Er dominiert den Angaben zufolge mit knapp 80 Prozent aller Suchtdiagnosen in den Krankenhäusern und betrifft die Hälfte aller Beratungsfälle. 2018 galten 80 000 Menschen in Sachsen als alkoholabhängig, weiteren 70 000 wurde ein Alkoholmissbrauch bescheinigt. Der aktuelle Bericht enthält vor allem Daten aus dem Jahr 2018. Laut amtlicher Statistik sterben pro Jahr etwa 1000 Leute in Sachsen an übermäßigem Alkoholkonsum.

Nach dem Bericht waren 2018 rund 23 000 Menschen von illegalen Drogen abhängig. Dazu kamen noch einmal etwa 20 500 Frauen und Männer, denen ein Drogenmissbrauch bescheinigt wurde. 18 Menschen starben an Drogenkonsum (2017: 16). 7500 Menschen im Freistaat galten als pathologische Glücksspieler, 25 000 befanden sich in der Kategorie Computerspielsucht/Mediensucht.

Häufig haben Betroffene noch weitere Probleme: "Die Ausbildungs- und Beschäftigungssituation ist bei suchtkranken Menschen in Sachsen sehr ungünstig. So beträgt der Anteil Langzeitarbeitsloser 30-50 Prozent bei den Hilfesuchenden in der Suchtberatung und ohne Schulabschluss sind 12-22 Prozent der Personen mit einer Cannabis- beziehungsweise Crystalproblematik", heißt es im Bericht. Für sie seien umfangreiche Angebote für Ausbildung und Beschäftigung notwendig.

Der Suchtbericht beruht auf Daten von Beratungsstellen, Krankenhäusern und sozialtherapeutischen Einrichtungen. Pro Jahr werden etwa 21 000 Fälle in der stationären Akutversorgung, mehr als 26 000 ambulante Betreuungsfälle in den Beratungsstellen und ungefähr 2300 suchtspezifische Hilfestellungen in den sächsischen Justizvollzugsanstalten registriert, hieß es.

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