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Mehr als zehn Jahre Haft für Vergewaltigungen älterer Frauen

Rostock  

Mehr als zehn Jahre Haft für Vergewaltigungen älterer Frauen

08.04.2020, 02:44 Uhr | dpa

Mehr als zehn Jahre Haft für Vergewaltigungen älterer Frauen. Justitia und Akten

Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Wegen zwei Vergewaltigungen und vorsätzlicher Körperverletzung hat das Landgericht Rostock einen 41 Jahre alten Mann aus Rostock zu zehn Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht ordnete am Mittwoch an, den Verurteilten nach der Haft in Sicherungsverwahrung zu nehmen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der zuletzt arbeitslose Hafenarbeiter im Mai 2019 in einer Grünanlage in Rostock eine 63 Jahre alte Frau vergewaltigt hat. Im August 2019 verging er sich demnach nachts in einer Kleingartenanlage an einer 74-Jährigen in deren Gartenlaube. Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Gefängnis beantragt, die Verteidigung sechs Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Ansicht der Strafkammer beging der Mann beide Taten, weil er "seinen allgemeinen Lebensfrust durch Sex abreagieren" wollte. Beide Vergewaltigungen seien keine spontanen Taten gewesen. Der Angeklagte habe beide Geschädigten vorher beobachtet. Die 63-Jährige, die mit Kopfhörern Radio hörte, habe er mit seinem Fahrrad angefahren, bevor er sich an ihr verging. Offenbar floh er unerkannt, als sich Zeugen näherten.

Die 74-Jährige überfiel er drei Monate später in ihrer abgelegenen Gartenlaube und missbrauchte sie mehrere Stunden lang. Der Richter sprach von "ekelhaften" und "brutalem" Vorgehen. Da der Angeklagte geglaubt habe, die Frau, die sich in Todesangst nicht wehrte, "gefügig" gemacht zu haben, sagte er ihr, er wolle wiederkommen. Als er vier Tage später erneut über den Zaun stieg, wurde er verhaftet. Dank seiner DNA-Spuren konnte so auch die erste Vergewaltigung aufgeklärt werden.

Der 41-jährige hatte zu Beginn des Prozesses einige Umstände der Taten eingeräumt. Das Gericht wollte dies aber nicht als Geständnis werten, das die Strafe hätte mildern können. Der Angeklagte ist vielfach vorbestraft. Unter anderem saß er nach einer Vergewaltigung 2007 in Schwerin für knapp vier Jahre im Gefängnis. Nach Ansicht des Gerichts wird er auch nach der Verbüßung der Haft eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Es ordnete deshalb die Sicherungsverwahrung an.

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