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Aufnahme junger Flüchtlinge: Grüne fordern Solidarität

Schwerin  

Aufnahme junger Flüchtlinge: Grüne fordern Solidarität

08.04.2020, 15:45 Uhr | dpa

Aufnahme junger Flüchtlinge: Grüne fordern Solidarität. Der EU-Abgeordnete Niklas Nienaß (Bündnis 90/Die Grünen)

Der EU-Abgeordnete Niklas Nienaß (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild (Quelle: dpa)

Diakonie und Grüne in Mecklenburg-Vorpommern haben gemahnt, über den aktuellen Alltagsbeschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht die Not vieler Flüchtlingskinder aus den Augen zu verlieren. "Täglich hören wir davon, unter welchen unwürdigen Menschenbedingungen die Kinder in den griechischen Flüchtlingslagern untergebracht sind. In der Zeit der Corona-Krise dürfen wir ihr Elend nicht vergessen", betonte Diakonie-Landespastor Paul Philipps am Mittwoch in Schwerin.

Die Aufnahme von 50 dieser Kinder in Deutschland sei ein erster wichtiger Schritt, dem weitere folgen müssten. Der Vertreter des Wohlfahrtsverbandes der evangelischen Kirchen forderte die sofortige Einlösung des Versprechens der EU, zumindest 1600 Kinder aufzunehmen. Insgesamt müsse von 14 000 ausgegangen werden, die derzeit im Flüchtlingslager Moria lebten.

Die Grünen kritisierten eine nach ihrer Ansicht zu geringe Aufnahmebereitschaft. "Die Flüchtlingslager müssen umgehend evakuiert und auf die Mitgliedsstaaten der EU entsprechend ihrer Einwohnerstärke und Wirtschaftskraft verteilt werden", forderte der Rostocker Europaabgeordnete Niklas Nienaß. Angesichts von 38 000 Geflüchteten, die in völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln untergebracht seien, komme die von der Bundesregierung angekündigte Aufnahme von 50 Menschen einem Hohn gleich.

Nach Berechnungen der Nordost-Grünen käme auf Mecklenburg-Vorpommern die Aufnahme von 130 Geflüchtete zu. "Eine Zahl, die problemlos vom Land anständig versorgt werden könnte", zeigte sich Nienaß gewiss. Städte wie Greifswald, Rostock und Neubrandenburg hätten sich längst bereit erklärt, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. "In Zeiten von Corona muss unsere Solidarität allen Menschen gelten", betonte Nienaß.

Auch Grünen-Landeschefin Claudia Schulz mahnte, Zehntausende Menschen nicht ihrem Schicksal zu überlassen. "Kirchen und Jugendherbergswerk in Mecklenburg-Vorpommern haben bereits angeboten, ihre derzeit leerstehenden Unterkünfte für die Unterbringung von Geflüchteten zu nutzen. Das Angebot sollte die Landesregierung schnellstmöglich aufgreifen", sagte sie.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch in Berlin entschieden, in der kommenden Woche die ersten 50 unbegleiteten Minderjährigen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln in Deutschland aufzunehmen. Die ersten zwei Wochen nach der Einreise werden sie in Corona-Quarantäne in Niedersachsen verbringen. Anschließend sollen sie auf mehrere Bundesländer verteilt werden. Außer Deutschland ist aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur Luxemburg bereit, junge Migranten aus den überfüllten informellen Lagern zu holen. Weitere Staaten, die ursprünglich Hilfe zugesagt hatten, machen den Zeitpunkt der Aufnahme vom Rückgang der Zahl der Corona-Infizierten abhängig.

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