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Helfer starten bei Spargelernte: Weniger Fläche

Kutzleben  

Helfer starten bei Spargelernte: Weniger Fläche

22.04.2020, 08:26 Uhr | dpa

Helfer starten bei Spargelernte: Weniger Fläche. Arbeiter stechen Spargel auf einem Feld bei Kutzleben

Arbeiter stechen Spargel auf einem Feld bei Kutzleben. Foto: Bodo Schackow/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

In Thüringen wird es in dieser Saison voraussichtlich weniger einheimischen Spargel geben. Es werde auf etwa einem Drittel weniger Fläche geerntet als im vergangenen Jahr, sagte der Geschäftsführer des Spargelhofs Kutzleben, Jan-Niclas Imholze, auf Anfrage. Der Betrieb im Unstrut-Hainich-Kreis ist einer der größten Spargelanbauer in Thüringen. Aber immerhin gebe es mit Beginn der Haupterntezeit Verstärkung: Am Mittwoch starten nach Angaben von Imholze rumänische Erntehelfer bei der Spargelernte. Über die Situation bei der Ernte informierte sich Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Mehrere Thüringer Betriebe hatten sich zusammengetan und rumänische Erntehelfer angeworben und per Flugzeug nach Thüringen bringen lassen. 85 seien es nun allein in Kutzleben, sagte Imholze. Aber auch Studenten, Menschen in Kurzarbeit und Rentner hätten sich als Verstärkung gemeldet. Etwa ein Dutzend von ihnen würden jetzt beim Spargelstechen helfen. Hinzu kämen etwa 20 junge Leute aus Vietnam, die in Thüringen eine Ausbildung in der Gastronomie absolvierten, derzeit aber nicht in ihre Ausbildungsbetriebe könnten. "Wir haben zumindest für die Arbeiten auf den Feldern jetzt genug Helfer", so der Geschäftsführer.

Ramelow sagte, die Thüringer könnten mit dem Kauf von einheimischen Spargel die Landwirtschaft vor ihrer Haustür unterstützen. Spargel sei die wichtigste Gemüsekultur in Thüringen. Auf die Einschränkungen durch die Corona-Krise hätten die Betriebe innovativ reagiert - bis hin zur Vermietung von Spargelparzellen. Zudem hätten sie nicht tatenlos auf das Fehlen von Erntehelfern reagiert. Ramelow verwies zudem auf Hilfsprogramme der Landesregierung. Laut Agrarministerium gilt ein Corona-Soforthilfeprogramm auch für die Landwirtschaft. Es könnten pro Betrieb bis zu 30 000 Euro Soforthilfe beantragt werden.

Die Möglichkeit, Erntehelfer einzufliegen, hatte die Bundesregierung kurzfristig mit vielen Corona-Auflagen geschaffen. Zuvor hatten Obst- und Gemüsebauern auf ihre Not wegen fehlender Arbeitskräfte aufmerksam gemacht. Die normale Einreise ist Erntehelfern aus Osteuropa wegen der Corona-Pandemie jedoch weiterhin untersagt.

"Mehr Saisonkräfte beim Spargel werden es wohl nicht werden", so Imholze. Für die anstehende Erdbeerernte würde derzeit daran gearbeitet, dass erneut Helfer per Flugzeug kommen könnten. "Wir setzen da auf eine eingespielt Mannschaft." Die Zusammenarbeit des Spargelhofs mit Erdbeerbauern in Erfurt und Gebesee (Kreis Sömmerda) habe sich bewährt.

Imholze hofft darauf, dass die Politik die Auflagen für den Einsatz von Erntehelfern nicht weiter verschärft. "Die Herausforderungen sind schon hoch." Er wünschte sich mehr Vertrauen in die Betriebe, dass sie in der Corona-Krise verantwortungsvoll agierten.

Thüringen ist im bundesweiten Vergleich nur ein kleines Spargelanbaugebiet. 2019 hatten die Spargelbauen rund 2200 Tonnen zwischen April und Ende Juni von den Feldern geholt. Das war bereits ein Rückgang von 14 Prozent. Angebaut wurde Spargel im Vorjahr auf etwa 300 Hektar.

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