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Kampf gegen Raupen: Naturschützer kritisieren "Giftdusche"

Freising  

Kampf gegen Raupen: Naturschützer kritisieren "Giftdusche"

27.04.2020, 07:33 Uhr | dpa

Kampf gegen Raupen: Naturschützer kritisieren "Giftdusche". Raupen des Buchsbaumzünslers

Raupen des Buchsbaumzünslers bewegen sich in einem Buchsbaum. Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Der Freistaat Bayern will vehement gegen die Vermehrung von Schmetterlingsraupen in den Eichenwäldern vorgehen und gegen den befürchteten Kahlfraß auch Pestizide einsetzen. Entsprechende Hubschrauber-Flüge seien am Montag gestartet worden, teilte der Abteilungsleiter Waldschatz bei der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising, Andreas Hahn, am Montag mit.

"Aus den Vorjahren kann man davon ausgehen, dass der Eichenprozessionsspinner auch 2020 in vielen Regionen Bayerns in sehr hohen Dichten in einigen Eichenwäldern, aber besonders auch an Eichen im Offenland und Siedlungsbereich auftreten wird", sagte Gabriela Lobinger von der LWF der Deutschen Presse-Agentur. "Hierzu gehören vor allem die bekannten Befallsgebiete in Mittel- und Unterfranken und Schwaben, aber auch Schwerpunkte in der westlichen Oberpfalz, in Südbayern südlich von München und in Niederbayern."

Die Klimaerwärmung habe auch die Ausbreitung des Schwammspinners schon in den vergangenen Jahren begünstigt, hieß es seitens der Behörde. "Wir gehen davon aus, dass die Massenvermehrung anhält", sagte Andreas Hahn von der LWF. Die Raupen des Schmetterlings fressen vor allem die jungen Blätter von Eichen. Treten sie in großer Zahl auf, können sie ganze Waldstücke kahlfressen.

Die LWF sieht für 7500 Hektar Eichenwald eine Kahlfraßgefährdung durch Schwammspinner - vor allem zwischen Treuchtlingen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) und Bad Kissingen sowie zwischen Haßfurt und Remlingen (Landkreis Würzburg). Auf Teilen der Fläche plant das Landesamt, mit Pflanzenschutzmittel gegen die Raupen vorzugehen.

Der Bund Naturschutz hat die Pläne massiv kritisiert. "Wir appellieren an Ministerpräsident Markus Söder, die Giftdusche in den Wäldern zu stoppen, wenn er das Insektensterben eindämmen will", heißt es in einer Mitteilung des BN . Es sei ein Skandal, dass der Freistaat Bayern die Kosten für den Gifteinsatz per Hubschrauber zu 100 Prozent übernehme.

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