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Täglich Grundschule: Land lockert Corona-Regeln

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Täglich Grundschule: Land lockert Corona-Regeln

25.05.2020, 15:05 Uhr | dpa

Täglich Grundschule: Land lockert Corona-Regeln. Reiner Haseloff (CDU)

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) spricht während einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei. Foto: Ronny Hartmann/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

In Sachsen-Anhalt können von Donnerstag an fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens unter Auflagen wieder öffnen. Die schwarz-rot-grüne Landesregierung hat am Dienstag eine entsprechende Verordnung mit zahlreichen Lockerungen beschlossen. Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen, werden aber gelockert. So dürfen Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen wieder öffnen und Feiern sowie Veranstaltungen mehr Teilnehmer haben. Die geltenden Regeln zu Mundschutz, Hygiene und Abstand bleiben bestehen.

Die geringe Zahl an Corona-Fällen erlaube diesen Weg, so Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Die Regeln sollen bis zum 1. Juli gelten. Das gebe Planungssicherheit. In Sachsen-Anhalt wie deutschlandweit wurde Mitte März ein Herunterfahren des öffentlichen Lebens verordnet, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Seit einigen Wochen wird gelockert.

"Das Risiko in Sachsen-Anhalt, sich zu infizieren, ist äußerst gering", sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD). "Die Gefahr eines fortdauernden Lockdowns für unsere Wirtschaft ist außerordentlich groß." In Sachsen-Anhalt steigt die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle seit einiger Zeit nur noch sehr langsam.

KONTAKTREGELN: Bisher erlaubte Sachsen-Anhalt, dass sich fünf Menschen treffen, die nicht alle im gleichen Haushalt leben. Ausnahmen gab es für direkte Verwandte. Jetzt wird diese Zahl auf zehn erhöht. Damit ziehe Sachsen-Anhalt das Maximum, das die Bundesregierung zulasse, sagte Haseloff. Zu besonderen Anlässen sind größere Runden mit 20 Teilnehmern erlaubt.

Als Beispiele nannte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) Hochzeiten, Trauerfeiern, Geburtstage, Feiern zur Schuleinführung oder ähnliches. Wenn die Party fachkundig oder professionell organisiert werde und die Hygieneregeln sichergestellt seien, seien auch 100 Gäste möglich. Diese Grenze gilt auch für Tagungen, Fachveranstaltungen oder Vereinstreffen und Delegiertenversammlungen. Von Juli an wird sie auf 250 Teilnehmer erhöht, ab September auf unter 1000.

WIRTSCHAFT UND FREIZEIT: Gesundheitsministerin Grimm-Benne entschied sich am Dienstag der Kürze wegen aufzuzählen, was nicht erlaubt ist: Geschlossen blieben Clubs und Diskotheken, Messen, Spezial- und Jahrmärkte sowie Volksfest, Großveranstaltungen und Bordelle, sagte sie. "Alles andere lockern wir." Tatsächlich dürfen von Donnerstag an auch Sporteinrichtungen wie Fitnessstudios, Schwimmhallen und -bäder und Indoorspielplätze wieder öffnen. Auch Kinos, Theater, Opernhäuser, Bühnen und Literaturhäuser müssen nicht mehr geschlossen bleiben. Freizeitangebote von Minigolf über Ausflugsschifffahrt bis hin zu Reisebussen sind erlaubt. Auch Bars und Kneipen dürfen öffnen - wenn sie Tische für ihre Gäste haben. Zudem dürfen Touristen aus anderen Bundesländern wieder für Ausflüge und Übernachtungen einreisen.

SCHULEN UND KITAS: Ab nächsten Dienstag gehen alle Schülerinnen und Schüler wieder regelmäßig in die Schule. Die meisten Klassen werden in zwei Gruppen aufgeteilt und lernen abwechselnd in der Schule und zuhause, um die Abstandsregeln zu garantieren. In den Grundschulen sollen die Kinder hingegen wieder täglich unterrichtet werden, wie Bildungsminister Marco Tullner (CDU) ankündigte.

Das Konzept heißt eingeschränkter Regelbetrieb: Die Klassen werden nicht aufgeteilt, die Abstandsregeln sind weniger streng, dafür werden sie von anderen Klassen strikt getrennt und vom immer gleichen Lehrer unterrichtet. Da gerade Ferien sind, müssen die Schulen für diesen Konzeptwechsel umplanen. Deswegen starten auch die Grundschüler am 2. Juni mit dem Wechsel-Modell. Je nach Schule könnte dann zwischen 8. und 15. Juni auf den täglichen Unterricht vor Ort umgestellt werden. Nach dem gleichen Prinzip mit festen Gruppen und fest zugeordneten Pädagoginnen und Pädagogen sollen von 2. Juni an auch alle Kitas und Horte für alle Kinder wieder offen sein.

CORONA-AMPEL: Trotz der Lockerungen soll verhindert werden, dass sich das Coronavirus durch Ausbrüche wieder unkontrolliert ausbreitet. Das Land hat jetzt Schwellen festgelegt, ab denen es eingreift: Wenn in einer Stadt oder einem Kreis binnen einer Woche mehr als 5 neue Fälle je 100 000 Einwohnern auftreten, greift eine genaue Überprüfung der Situation durch die Gesundheitsbehörden, wie Ministerin Grimm-Benne sagte. Erhöht sich der Anteil auf 10 je 100 000, dann sollen die ersten Maßnahmen greifen - allerdings möglichst regional begrenzt.

Damit will Sachsen-Anhalt deutlich eher eingreifen, als mit Bund und Ländern verabredet. Die gemeinsame Obergrenze liegt bei 50 akuten Infektionen je 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: Laut Robert-Koch-Institut liegt dieser Anteil in Sachsen-Anhalt derzeit bei 0,7 Fällen je 100 000 Einwohner. Mit regelmäßigen und repräsentativen Tests in besonders gefährdeten Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen will das Land die Infektionslage überwachen. Zudem sollen beispielsweise in Arztpraxen künftig auch Kinder ohne Symptome getestet werden.

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