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Corona-Krise kann digitale Lehre voranbringen

Greifswald  

Corona-Krise kann digitale Lehre voranbringen

26.05.2020, 07:49 Uhr | dpa

Corona-Krise kann digitale Lehre voranbringen. Illustration einer virtuellen Tastatur

Illustration einer virtuellen Tastatur. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Die erzwungene Umstellung auf den Online-Betrieb in der Corona-Krise kann die Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern nach deren Angaben einen guten Schritt voran bringen in der digitalen Lehre. "Sie wird jedoch nie die Präsenzlehre ersetzen können", sagte der Chef des Rechenzentrums der Universität Greifswald, Ralf Schneider, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Digitalisierung hat Limits." Das seien nicht nur technische Grenzen; die digitale Lehre müsse von didaktischen Konzepten begleitet werden.

Beide Unis zeigten sich gut einen Monat nach dem coronabedingten Spätstart des Sommersemesters zufrieden. "Wir konnten viel lernen", sagte Rostocks Rektor Wolfgang Schareck. Forschung und Lehre würden mit modernen digitalen Konzepten bereichert. "Die Universität Rostock ist dennoch eine Präsenzuniversität." Aber es gebe bis auf weiteres keine Präsenzlehre, Veranstaltungen sind bis 31. August abgesagt. Parallel dazu sei die Kontaktadresse <lehre.digital@uni-rostock.de> eingerichtet worden, so dass sich die Hochschulleitung um die Probleme Einzelner kümmern könne.

Nach Ansicht von Greifswalds Prorektor Steffen Fleßa lässt sich jetzt erkennen, was auf Distanz gut geht und was nicht. Das könne ein Schritt zum sogenannten Blended Learning sein, einem Mix von Präsenzveranstaltungen und elektronischem Lernen. Er erwartet, dass in vielen Bereichen 99 Prozent der Lehrziele des Semesters zu schaffen sind. "Vorlesungen sind immer unproblematisch. Je interaktiver eine Veranstaltung, desto größer sind die Probleme." Wo Labore benötigt würden, wie bei den Naturwissenschaften, oder wo das spätere Arbeiten am Patienten oder der taktische Umgang mit Schülern geübt werden müsse, seien die Ziele nicht zu erreichen.

Selbst beim Erlernen von Programmiertechniken sei der persönliche Kontakt nötig, ergänzte Schneider. Für viele Lehrende war es nach seinen Worten ein Kulturschock, innerhalb von drei oder vier Wochen in die digitale Lehre einzusteigen. Schwierigkeiten hätten vor allem Kollegen mit einem hohen Anteil an Lehrverpflichtungen und wenig Forschung. Studenten sind nach Einschätzung der Professoren zufrieden. "Es kommt auf das Niveau der Studierenden an und auf das Fach", sagte Fleßa. Im Masterstudium sei mehr Eigenständigkeit zu erwarten als bei einem 18 Jahre alten Bachelorstudenten.

Schareck machte auf die sozialen Folgen der Corona-Pandemie für das Leben der Studierenden aufmerksam. "Eine besondere Herausforderung ist das Studieren im Homeoffice für Studierenden mit zu betreuenden Kindern oder Angehörigen, da der Studierendenstatus nicht als Beruf anerkannt ist." Da durch den Wegfall der Jobs Studierende hart getroffen sind, konnten durch eine großzügige Spendenaktion innerhalb der Uni zusätzlich zu den vom Bund gewährten zinsfreien Darlehen teilweise Kompensationen erreicht werden, wie Schareck sagte.

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