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Hinweis unterschlagen? Erneut Ermittlungen im Fall Amad A.

Kleve  

Hinweis unterschlagen? Erneut Ermittlungen im Fall Amad A.

26.05.2020, 11:12 Uhr | dpa

Hinweis unterschlagen? Erneut Ermittlungen im Fall Amad A.. Klever Justizvollzugsanstalt

Die Tür zur Zelle 143 in der Klever Justizvollzugsanstalt. Foto: Markus van Offern/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Staatsanwaltschaft Kleve hat im Fall des unschuldig eingesperrten und nach einem Zellenbrand ums Leben gekommenen Syrers Amad A. erneut Ermittlungen eingeleitet. Einem Polizisten werde Freiheitsberaubung vorgeworfen, bestätigte Oberstaatsanwalt Günter Neifer am Dienstag auf Anfrage und bestätigte damit Informationen des "Spiegel".

Der Araber Amad A. war auf Basis eines Haftbefehls eingesperrt worden, mit dem nach dem dunkelhäutigen Afrikaner Amedy G. gesucht worden war.

Einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeiger" zufolge soll eine Staatsanwältin aus Braunschweig drei Wochen nach der Verhaftung Amad A.s den Beamten der Kreispolizeibehörde Kleve ausdrücklich darauf hingewiesen haben, dass dieser nicht mit dem Afrikaner identisch sei. Dennoch wurde Amad A. nicht freigelassen.

Die Staatsanwaltschaft Kleve werde auch prüfen, ob sich der Polizist im Untersuchungsausschuss des Landtags wegen Falschaussage strafbar gemacht hat, sagte Neifer der Deutschen Presse-Agentur. Bei seiner Zeugenaussage soll der Beamte den Hinweis aus Braunschweig nicht erwähnt haben. Die Staatsanwältin hatte aber einen Vermerk zu ihrem Anruf angefertigt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Staatsanwaltschaft Kleve hatte in dem Fall bereits gegen mehrere Polizisten ermittelt, diese Ermittlungen aber eingestellt. Zudem beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss des Landtags mit dem Fall. Der Beschuldigte zähle nicht zu den Beamten, gegen die bereits im ersten Verfahren ermittelt worden sei, sagte Neifer.

Der hellhäutige Syrer war den bisherigen Ermittlungen zufolge am 6. Juli 2018 wegen eines Haftbefehls eingesperrt worden, der für den dunkelhäutigen Amedy G. aus Mali galt.

Der Syrer Amad A. hatte wochenlang in Kleve unschuldig im Gefängnis gesessen und schließlich in seiner Zelle selbst Feuer gelegt. Dabei erlitt der 26-Jährige so schwere Verbrennungen, dass er im September 2018 in einer Klinik starb.

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