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Pfingsttouristen: Erster Härtetest für MV-Urlaubsbranche

Rostock  

Pfingsttouristen: Erster Härtetest für MV-Urlaubsbranche

29.05.2020, 08:49 Uhr | dpa

Pfingsttouristen: Erster Härtetest für MV-Urlaubsbranche. Strandkörbe

Am Ostseestrand von Sellin haben sich Badegäste in den Strandkörben niedergelassen. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/ZB (Quelle: dpa)

Die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns muss über die Pfingstfeiertage ihren ersten realen Härtetest bestehen. Nach der wochenlangen coronabedingten Schließung erwartet die Branche vielfach ausgebuchte Häuser - unter der Maßgabe, dass es eine 60-prozentige Belegungsbeschränkung in touristischen Betrieben gibt, wie der Landestourismusverband mitteilte. Damit sollen nach dem Willen der Landesregierung die geltenden Gebote des Abstandhaltens und Kontaktbeschränkungen eingehalten werden.

Wie der Geschäftsführer des Tourismusverbands Mecklenburgische Seenplatte, Bert Balke, sagte, ist in der jetzigen Phase der Pandemie die persönliche und ortskundige Beratung für die Gäste besonders wichtig. "Die Direktbuchungen bei regionalen Anbietern und Vermittlern legen folgerichtig deutlich zu", betonte er. Gleichzeitig seien die Aufenthalte über Pfingsten 2020 voraussichtlich länger als die im Schnitt drei bis vier Tage der Vorjahre. "Wir hoffen, dass beide Trends erhalten bleiben."

Die bisher angereisten Gäste seien durchweg positiv gestimmt. "Die geltenden Bestimmungen werden unaufgefordert eingehalten." Statt möglicher Enttäuschung über eingeschränkte Angebote gebe es eine "hohe Urlaubsvorfreude". Balke fügte hinzu: "In der Seenplatte sind zu Pfingsten noch Zimmer frei."

Das sieht an der Ostseeküste anders aus. Auf Rügen schaffen die meisten Häuser einer stichprobenartigen Abfrage der Tourismuszentrale Rügen zufolge am langen Wochenende die 60-Prozent-Maximal-Belegungsquote. Auch Anett Bierholz, Geschäftsführerin des Verbands Mecklenburgischer Ostseebäder, berichtete, dass es über Pfingsten in Hotels, auf Campingplätzen oder bei anderen gewerblichen Anbietern keine freien Kapazitäten mehr gebe. "Wenige freie Kapazitäten sind in der Privatvermietung vorhanden."

Bierholz sieht das Pfingstfest als "Stresstest" für Orte und Anbieter. Wie läuft die Nutzung der öffentlichen Infrastruktur wie Seebrücken, Promenaden und Strände unter den Bedingungen der Corona-Pandemie? Wie reagiert der Einzelhandel auf die erhöhte Nachfrage unter Einhaltung aller Maßnahmen? Sie appellierte wie die anderen Tourismusmanager an Gäste, Betreiber und Mitarbeiter von Einrichtungen sowie Einwohner, sich an alle Empfehlungen zu halten. Nur so könne die weitere Öffnung ermöglicht und der Sommerurlaub gesichert werden.

"Der Run auf die Küsten beginnt", heißt es vom ADAC. Es werde voll werden - wenn auch nicht wie im Vorjahr, etwa weil die ausländischen Gäste noch fehlten. Allerdings sei wegen Corona das Feiertagsfahrverbot für Lkw weiterhin aufgehoben. Probleme werde es an den typischen Brennpunkten geben: etwa auf Zufahrtsstraße zu den Küsten, dem Rügenzubringer, den Bundesstraßen 110 und 111 oder auf der Autobahn 20 bei Tribsees. Auch die Bahn rechnet mit mehr Fahrgästen und stellt zusätzliche Züge zwischen Berlin und Stralsund zur Verfügung, auch damit der Hygiene-Abstand in den Waggons besser eingehalten werden kann.

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