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Wildtierhilfe: Aufruf an Landwirte zur Rettung von Rehkitzen

Dolgen am See  

Wildtierhilfe: Aufruf an Landwirte zur Rettung von Rehkitzen

29.05.2020, 08:53 Uhr | dpa

Wildtierhilfe: Aufruf an Landwirte zur Rettung von Rehkitzen. Rehkitz

Ein vier bis fünf Tage altes Rehkitz steht zwischen Gräsern auf einem Feld. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Wildtierhilfe Mecklenburg-Vorpommern hat die Landwirte aufgefordert, verstärkt von der Möglichkeit der Rehkitzrettung per Drohne Gebrauch zu machen. Jedes Jahr werden Schätzungen zufolge alleine in Mecklenburg-Vorpommern rund 26 000 Rehkitze bei Mäharbeiten getötet, sagte der Vorsitzende der Wildtierhilfe, Frank Demke, der Deutschen Presse-Agentur. Es sei für ihn unverständlich, dass diese Aktion der Wildtierhilfe auf so eine vergleichsweise geringe Resonanz stoße.

Mit den Drohnen hätten die Mitglieder der Wildtierhilfe alleine im vergangenen Jahr 146 Rehkitze entdeckt, die so die Grünlandmahd überlebten. In 21 Einsätzen seien knapp 1000 Hektar, zuvor kartiertes Wiesenland abgeflogen worden.

Dabei werde Stunden vor der geplanten Mahd das Feld von der Drohne abgeflogen. Deren Bilder werden an einer Bodenstation verarbeitet und könnten dann in Echtzeit auf einem Monitor in einem Quad verfolgt werden, sagte Demke. Werde ein Kitz entdeckt, werde die Stelle mit einer Fahne markiert und dann mit einem Windschutz gesichert. Ist die Mahd vorbei, bleibe eine kleine Grasinsel stehen. "Die Ricke kommt später und bringt das Kitz in Sicherheit."

Von positiven Erfahrungen mit Landwirten kann der landwirtschaftliche Berater, Thomas Klein, in Sukow bei Teterow berichten. Er habe vor zwei Wochen angefangen, mit einer Drohne das Grünland zu überfliegen. "Das kommt so gut bei unseren Landwirten an, dass ich jetzt jeden Abend und jeden Morgen ehrenamtlich nach den Kleinen schaue." Inzwischen seien zwölf Kitze vor dem Mähtod gerettet worden.

Wie der Bauernverband MV mitteilte, würden die Landwirte vor der Brut- und Setzzeit der Rehe für deren Schutz sensibilisiert. Sie sollten die Mähtermine mit den Jagdpächtern absprechen. "Der Erfahrung nach folgen die meisten Landwirte dieser Empfehlung", hieß es. Der Verband empfiehlt, die Mähweise dem Tierverhalten anzupassen. Dazu gehöre, das Grünland von innen nach außen zu mähen, damit Rehe die Möglichkeit zur Flucht haben. Allerdings sei die Methode, mit Drohnen nach Kitzen zu suchen, nicht 100-prozentig sicher und für die großen Schläge der Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern nur bedingt geeignet.

Wie Demke erklärte, habe der Schutz des Rehkitzes einen weiteren Vorteil. Wenn Rest eines Tierkadavers im Futtergras seien, könnten dabei Giftstoffe entstehen. Diese wiederum könnten eine Gefährdung für die Nutztiere darstellen.

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