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Besuch am "Tatort": Historisches Grünes Gewölbe öffnet

Dresden  

Besuch am "Tatort": Historisches Grünes Gewölbe öffnet

29.05.2020, 11:06 Uhr | dpa

Besuch am "Tatort": Historisches Grünes Gewölbe öffnet. Barbara Klepsch schaut in die Kamera

Barbara Klepsch (CDU), amtierende Gesundheitsministerin von Sachsen, schaut in die Kamera. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB (Quelle: dpa)

Nach elf Wochen Corona-Zwangspause öffnen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit dem Residenzschloss ihren größten Museumskomplex wieder. Auch das weltberühmte Historische Grüne Gewölbe ist ab Samstag empfangsbereit für Besucher, wie der Museumsverbund am Freitag mitteilte - ein halbes Jahr nach dem spektakulären Juwelendiebstahl. Ab Samstag sind zudem das Neue Grüne Gewölbe, die Türckische Cammer, der Riesensaal, das Porzellankabinett und die rekonstruierten Paraderäume zugänglich.

"Das Grüne Gewölbe ist eines der wichtigsten Aushängeschilder des Freistaates Sachsen", sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). Es sei zugleich der Inbegriff internationaler Einflüsse und der Offenheit für Besucher aus aller Welt. Auch die letzten Spuren der brachialen Gewalt im Juwelenzimmer der rekonstruierten barocken Schatzkammer, aus der im November rund ein Dutzend historischer Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten gestohlen wurden, sind inzwischen beseitigt. Der Einbruch machte weltweit Schlagzeilen und warf Fragen nach der Sicherheit auf.

Klepsch hat nun eine international besetzte Expertenkommission berufen, die regelmäßig die Sicherheitslage dieses und aller anderen SKD-Museen prüfen und Handlungsempfehlungen geben wird. Unter anderem Max Hollein, Direktor des Metropolitan Museum New York, Zelfira Tregulowa, Generaldirektorin der Moskauer Tretjakow Galerie, Taco Dibbits, Direktor des Rijksmuseum Amsterdam, oder Jürgen Maurer, ehemaliger Vizepräsident des Bundeskriminalamts, hätten ihre Mitwirkung zugesagt.

Das Gremium soll am 18./19. Juni erstmals tagen. Der fortlaufende Abgleich der Sicherheitskonzepte aller Museen mit internationalen Standards sei angesichts der dynamischen technischen und kriminellen Entwicklungen unverzichtbar, sagte SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann.

Am frühen Morgen des 25. November 2019 waren zwei unbekannte Täter über eines der vergitterten Fenster in den "begehbaren Tresor" eingedrungen. Im Juwelenzimmer hatten sie mit einer Axt drei Löcher in die Vitrine mit den prächtigsten Exponaten geschlagen und etwa zwei Dutzend der darin befestigten historischen Schmuckstücke aus Gold, Diamanten und Brillanten von unschätzbarem Wert abgerissen und mitgenommen. Der Coup, der weltweit Schlagzeilen machte, dauerte nur wenige Minuten. Diebe und Beute sind nach wie vor verschwunden.

Die einst prächtigste Vitrine in dem Raum voller Preziosen von unschätzbarem Wert bleibt vorerst leer. Der Großteil der kostbaren Diamant- und Brillantgarnituren, die zurückblieben, ist zunächst in anderen Vitrinen zu sehen. Sie konnten vom Feuerlöschpulver gereinigt werden, mit dem sie zur Verwischung von Spuren besprüht worden waren. Die geplünderte Vitrine soll später wieder wie 1733 eingerichtet und zunächst die Geschichte des Coups erzählt werden.

Für Hinweise zur Ergreifung der Täter ist eine Belohnung von einer halben Million Euro ausgesetzt. Eine Sonderkommission namens "Epaulette" ermittelt in dem Fall und geht von einer geplanten Tat aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gingen bis Mittwoch 1355 Hinweise ein, aber nur vereinzelt neue. Danach wurden insgesamt 1347 Spuren und Vergleichsmaterial gesichert und fast drei Viertel davon noch ausgewertet. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von mindestens sieben Personen aus, gegen vier Wachleute wird ermittelt.

Das als "begehbarer Tresor" konzipierte Museum ist nur mit Zeittickets möglich. Wegen der geltenden Corona-Schutzregelungen dürfen sich nun aber nur maximal 70 statt 100 Menschen pro Stunde in den Sälen und Zimmern aufhalten. Die Besucherzahl im ganzen Residenzschloss ist zur Einhaltung des Mindestabstands auf höchstens 500 begrenzt und Mund-Nase-Bedeckung Pflicht. Weitere Bereiche wie der Renaissanceflügel bleiben noch geschlossen, das Kupferstich-Kabinett öffnet laut SKD am 12. Juni.

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