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"Future Food" im Deutschen Hygiene-Museum: Schau mit Genuss

Dresden  

"Future Food" im Deutschen Hygiene-Museum: Schau mit Genuss

29.05.2020, 13:44 Uhr | dpa

"Future Food" im Deutschen Hygiene-Museum: Schau mit Genuss. Eine Besucherin interagiert mit der Ausstellung "Future Food"

Eine Besucherin interagiert mit der Ausstellung "Future Food" mit einem Exponat. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Sojawurst oder "Symmetry Breakfast": Eine neue Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden beschäftigt sich mit dem Essen. "Future Food - Essen für die Welt von morgen" zeigt bis zum 21. Februar 2021 historische Ansätze und aktuelle Ideen zu Nahrungsmittelherstellung und Handel mit Lebensmitteln, weist zugleich auf Probleme hin. "Essen ist eine Lebensnotwendigkeit - wir können nicht nicht essen", sagte die stellvertretende Direktorin des Hauses, Gisela Staupe, am Freitag vor der Eröffnung.

Als alltägliches Erlebnis, das körperlich und meist sinnlich Genuss bereite, oft Identität und Gemeinschaft stifte, passt es laut Staupe zu dem Museum. Die Kuratoren zeichnen anhand von rund 300 Exponaten und Medienstationen, die unter Einhaltung der Corona-Schutzregeln teils interaktiv sind, den Weg pflanzlicher und tierischer Lebensmittel nach - vom Stall oder Feld bis auf den Teller.

Es gehe um ein globales Ernährungssystem, dass Milliarden satt mache und zugleich Millionen hungern lasse, Perspektiven mit Blick auf Klimawandel und natürliche Ressourcen, sagte Kuratorin Viktoria Krason. Der Rundgang informiert über die Probleme des Ernährungssystems, ablesbar an knalligen Wandgrafiken. Im Fokus stehen Ansätze für deren Lösungen in der Wissenschaft, in der Praxis, aber auch in Kunst und Design. "Wir zeigen, was der Konsument tun kann, aber dass Landwirte, Produzenten und Unternehmer ebenso gefragt sind."

Den Rahmen der Schau bilden die Reste einer Grillparty sowie eine große Festtafel zum Essen der Zukunft, eine Kunstinstallation. Dazwischen führt der Rundgang durch ein Gewächshaus, wo Videos und Modelle Auskunft zu Bio-Landbau, Agrarökologie oder Lebensmittelforschung geben, durch ein Logistikzentrum, das für die Ströme des weltumspannenden Handels und seine Folgen steht, und einen Supermarkt, wo aus Ernährungstrends und -kriterien gewählt werden kann.

"Future Food - Essen für die Welt von morgen" soll Lust machen, sich mit dem komplexen Thema auseinanderzusetzen. Sie klärt auf und vermittelt Wissen über Verteilungsgerechtigkeit, die Macht der Lebensmittelkonzerne oder auch den Zusammenhang von Essen und Leben. Die Spanne der Objekte reicht vom Gerät für Permakultur-Anbau über ein Faksimile des Patents auf Sojawurst von 1919 bis zum Prototyp des transparentesten Hühnchens der Welt. "Das Etikett der Verpackung informiert ausführlichst von der Geburt des Tieres bis zur Ankunft im Kühlregal", sagte Kuratorin Krason.

In Instagram-Bildern wird Essen zum ästhetischen Objekt: Ein Fotograf porträtiert auf dem Account "Symmetry Breakfast" das Frühstück, das er für seinen Partner und sich bereitet. Am Ende dürfen sich auch die Besucher an die opulente Tafel einer Kunstinstallation setzen - laut Staupe ein "globales Gastmahl der Zukunft".

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