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Rangeleien am Rande von Pegida-Protest in Dresden

Rangeleien am Rande von Pegida-Protest in Dresden

02.06.2020, 10:34 Uhr | dpa, law

Rangeleien am Rande von Pegida-Protest in Dresden. Polizeifahrzeuge stehen mit eingeschaltetem Blaulicht

Polizeifahrzeuge stehen mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Bei einer Pegida-Veranstaltung in Dresden meldet die Polizei, dass nur mit unmittelbarem Zwang gewalttätige Auseinandersetzung mit Gegendemonstranten verhindern konnte. Zuvor hatte sie selbst die Trennung gelockert.

Irritierende Bilder am Rande einer Pediga-Kundgebung in Dresden: Nachdem die Polizei eine Absperrung lockert, kommt es zu tumultartigen Szenen. Teilnehmer eines Gegenprotests, die sich auf den Boden gesetzt hatten, springen auf und flüchten vor herannahenden Angreifern. Die Polizei erklärte später, dass sie gegen zwei der Pegida-Teilnehmer wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.

Per Twitter verbreitete Videos zeigen, wie sich plötzlich die Lage zuspitzte. Der Pegida-Veranstaltung unter dem Motto "Gemeinsam für Bürgerrechte" drohte der Abbruch, weil auf deren Fläche rund 30 Gegendemonstranten auf dem Boden saßen und damit Abstandsregeln nicht eingehalten werden konnten. Der Pegida-Versammlungsleiter forderte die Räumung und erklärte, andernfalls die Versammlung sofort zu beenden.

Unmittelbar danach zogen sich Polizisten zurück, die bis dato die Gegendemonstranten abgeschirmt hatten. Demonstranten aus der vorgeblichen "Bürgerrechte"-Demo laufen drohend auf die nun ungeschützt sitzenden Gegendemonstranten  zu, die sofort aufspringen und flüchten. Twitterer kritisierten, die Polizei habe damit die Gegendemonstranten quasi freigegeben zum Angriff. 

Die Polizei erklärte am Dienstag in einer Pressemitteilung, die am Boden sitzenden Personen hätten zu verstehen gegeben, "dass sie an der Pegida-Kundgebung teilnehmen möchten". Deshalb habe die Polizei nach Eintreffen des Aufzugs die Sperrung zwischen den Teilnehmern gelockert. 

Die drohende Eskalation durch ihren Rückzug mussten die Einsatzkräfte  dann abwenden, in dem sie wieder stärker eingriffen. "Den  Beamten gelang es unter Anwendung unmittelbaren Zwangs, die Gruppierungen zu trennen", hieß es in der Mitteilung.

Gegen zwei Teilnehmer der Pegida-Kundgebung leitete die Polizei Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und wegen Beleidigung ein. Die Polizei prüft, "ob in diesem Zusammenhang weitere Straftaten bekannt gemacht werden können". Sie machte aber bekannt, dass gegen einen 16-jährigen Gegendemonstranten ermittelt wird, weil er einen Holzstab dabei hatte. Der Stab habe offenbar nicht als Kundgebungsmittel gedient. Hinweise, dass der Jugendliche gewalttätig war, gibt es aber offenbar nicht.

Der Text wurde mit einer neuen Pressemitteilung der Polizei und den Tweets aktualisiert.

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