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Urteil im Prozess um erwürgte Ehefrau: Lebenslange Haft

Frankfurt (Oder)  

Urteil im Prozess um erwürgte Ehefrau: Lebenslange Haft

23.06.2020, 03:19 Uhr | dpa

Urteil im Prozess um erwürgte Ehefrau: Lebenslange Haft. Richterhammer

Ein Richterhammer aus Holz auf einer Richterbank. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Er hat nach Überzeugung des Gerichts seine Ehefrau und Mutter seiner drei Kinder erwürgt, weil sie ihn nicht mehr liebte: Dafür muss ein 38-Jähriger lebenslang in Haft. Das Landgericht Frankfurt (Oder) sprach den Mann am Dienstag des Mordes schuldig. Der Angeklagte habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt, hieß es nach Angaben von Gerichtssprecher Jasper Schüler-Dahlke unter anderem in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte sei der Richterin bei ihrer mehrstündigen Begründung der Entscheidung sehr aufmerksam gefolgt.

Das Gericht zeigte sich demnach überzeugt, dass der Angeklagte die Wehrlosigkeit des Opfers ausnutzte, das keinen Angriff auf sein Leben geahnt habe. Der Mann sei von hinten an die 30-Jährige herangetreten und habe sie mit bloßen Händen erwürgt, schilderte der Gerichtssprecher. Zudem habe der 38-Jährige aus Eberswalde seine Ehefrau aus Eifersucht getötet, weil er eine Trennung nicht akzeptieren wollte. Im Saal war nach dem Schuldspruch laut Schüler-Dahlke so etwas wie Erleichterung zu spüren. Gegen das Urteil kann binnen einer Woche Revision eingelegt werden.

Die Urteilsbegründung dauerte mehrere Stunden. Die Kammer hatte vorangeschickt, gerade für das Opfer und seine Angehörigen wie auch für den Angeklagten müsse es eine umfassende Würdigung geben. Dabei sei es wichtig, den Unterschied zwischen Mord und Totschlag noch einmal ausführlich herauszuarbeiten.

Während des Prozesses hatte der 38-Jährige die Tötung seiner Ehefrau gestanden. Die 30-Jährige hatte ihm am 2. August vergangenen Jahres gesagt, dass sie ihn nicht mehr liebe. Daraufhin habe er die Frau mit beiden Händen erwürgt, hatte der Angeklagte ausgesagt. Das Opfer war am Morgen des 3. August in Eberswalde von Familienangehörigen gefunden worden.

Der jetzt Verurteilte wurde im Zuge der Ermittlungen erst drei Monate später, am 11. November vergangenen Jahres, verhaftet, nachdem er sich bei Vernehmungen in Widersprüche verstrickt haben soll. Der Tat des 38-Jährigen war den Angaben zufolge eine 14-jährige Beziehung mit der Frau vorausgegangen. Zwei Jahre war das Paar verheiratet und hatte drei gemeinsame Kinder im Alter zwischen drei und elf Jahren.

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