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Limburger Landgericht verhandelt wegen Corona in Zeltbau

Limburg an der Lahn  

Limburger Landgericht verhandelt wegen Corona in Zeltbau

29.06.2020, 16:19 Uhr | dpa

Limburger Landgericht verhandelt wegen Corona in Zeltbau. Ersatz-Sitzungssaal des Limburger Landgerichts

Der externe Gerichtssaal für Strafsachen steht auf einem gesicherten Firmengelände. Foto: Andreas Arnold/dpa (Quelle: dpa)

Angesichts coronabedingter Platzprobleme nutzt das Landgericht Limburg künftig eine Zeltkonstruktion aus Kunststoff als Sitzungssaal für größere Strafprozesse. Es handele sich um eine spezielle Lösung für das Limburger Gericht und sei in dieser Form einmalig in Hessen, sagte ein Sprecher. Der jetzt fertiggestellte Zeltbau soll demnach die Durchführung von Großverfahren ermöglichen, die wegen der Beschränkungen in der Corona-Pandemie nicht in den vorhandenen Räumen im Gerichtsgebäude verhandelt werden können.

"Die Zeltkonstruktion in Limburg ist ein guter und kreativer Lösungsvorschlag des Landgerichts, um die Gerichtsverfahren trotz der pandemiebedingten Einschränkungen fortzusetzen", sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). "Sofern sich dieser Pilotversuch bewährt, ist die Nutzung unter entsprechenden Voraussetzungen auch an anderen Gerichtsstandorten denkbar."

Der Zeltbau wurde auf einem umzäunten und überwachten Gelände in einem Industriegebiet errichtet. Der Ausweich-Saal bietet Platz für bis zu 8 Angeklagte und 28 Zuschauer. Das ermögliche, "Prozesse wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen", hatte der Gerichtssprecher bei der Bekanntgabe der Pläne mitgeteilt. Im größten Saal des Hauptgebäudes stünden aktuell nur 13 Zuschauerplätze zur Verfügung.

Für Zivilverfahren können Limburger Richter demnach bereits ein Bürgerhaus nutzen. Auch andere hessische Gerichte sind schon auf externe Räumlichkeiten ausgewichen - das Landgericht Wiesbaden etwa verhandelte einen Mordprozess in einem Saal des "Hauses der Vereine".

Dem Limburger Landgericht zufolge war es aus Kosten- und Sicherheitsgründen nicht möglich, ein vorhandenes Gebäude für die größeren Strafprozesse zu nutzen oder ein Kongresszentrum anzumieten. Der Sprecher bezifferte die Aufbau- und monatlichen Kosten für den externen Sitzungssaal auf jeweils etwa 15 000 Euro.

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