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Gütersloher Landrat bittet Bürger um Geduld

Gütersloh  

Gütersloher Landrat bittet Bürger um Geduld

30.06.2020, 15:12 Uhr | dpa

Angesichts der Verlängerung des regionalen Lockdowns im Kreis Gütersloh um eine Woche hat Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) um Verständnis geworben. "Wir brauchen noch ein bisschen Geduld", sagte Adenauer am Dienstag in Gütersloh. Er bat zugleich die Einwohner, sich an die für eine weitere Woche geltenden Regeln zu halten. Nach seinem Eindruck sei dies aber auch der Fall. Der Kreis Gütersloh hat etwa 362 000 Einwohner.

Der Landrat verwies darauf, dass die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage von sehr hohen Werten auf nunmehr 86 am Dienstag zurückgegangen ist. Dies verdeutliche, dass der am vergangenen Mittwoch in Kraft getretene Lockdown Ergebnisse gebracht habe. Die Einschränkungen seien noch etwas verlängert worden, weil der Grenzwert von 50 bei dieser sogenannten Sieben-Tages-Inzidenz noch nicht erreicht ist.

Der Kreis kritisierte zudem in einer Mitteilung vom späten Dienstagnachmittag Subunternehmer in der Fleischindustrie für eine unzureichende Versorgung von Beschäftigen, die in Quarantäne sind. Diese müsse besser werden, sagte Adenauer (CDU) laut Mitteilung. Die Subunternehmer seien für die Versorgung der Beschäftigten zuständig und hätten diese zugesagt. Doch nun seien 60 Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz, dem Maltesern, den Johannitern und des THWs deshalb im Dauereinsatz.

Nach dem Corona-Ausbruch im Tönnies-Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück mit nachweislich mehr als 1500 infizierten Mitarbeitern hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Im Kreis Warendorf, in dem die Sieben-Tage-Inzidenz schon am Freitag unter dem Grenzwert von 50 Fällen fiel, wurde der zunächst bis zum 30. Juni befristete Lockdown nicht verlängert.

Im Kreis Gütersloh gilt er hingegen nun eine weitere Woche: Im öffentlichen Raum dürfen nur zwei Menschen oder Menschen aus einem Familien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen. Eine Reihe von Freizeitaktivitäten soll unterbleiben. Museen, Kinos, Fitnessstudios und Hallenschwimmbäder müssen geschlossen bleiben. Die Kitas sind ebenfalls geschlossen. Vertreter der Kreise sprachen von einem "Lockdown light", da Geschäfte und Restaurants weiter öffnen dürften.

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