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Rheinland-Pfalz: Arbeitslosenquote auf 5,6 Prozent gestiegen

Saarbrücken  

Rheinland-Pfalz: Arbeitslosenquote auf 5,6 Prozent gestiegen

01.07.2020, 01:59 Uhr | dpa

Rheinland-Pfalz: Arbeitslosenquote auf 5,6 Prozent gestiegen. Bundesagentur für Arbeit

Eine junge Frau geht in das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Zahl der Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz ist im Juni, dem vierten Monat der Corona-Krise, auf 126 400 gestiegen. Das sind 1,1 Prozent mehr als im Mai, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zum Juni 2019 waren 31,5 Prozent mehr Menschen arbeitslos.

Die Arbeitslosenquote stieg damit innerhalb eines Monats von 5,5 auf 5,6 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 4,3 Prozent.

"Unverändert steht der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt unter dem Einfluss von Corona", erklärte der Geschäftsführer Interner Service der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Walter Hüther. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit habe sich im Juni allerdings verringert. Auch sei positiv zu werten, dass die Unternehmen wieder mehr Stellen gemeldet hätten. Dies sei ein Anfang, doch könne noch nicht von einer Entwarnung gesprochen werden.

Der Arbeitsagentur waren im Mai 27 900 offene Arbeitsstellen bei Unternehmen in Rheinland-Pfalz gemeldet. Das waren 31,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Seit Beginn der Corona-Krise zeigten 40 600 Betriebe Kurzarbeit an, für 462 400 Mitarbeiter. Betroffen sind vor allem die Automobilbranche, Einzelhandel und Gastronomie. Für den Monat März liegen nun erste Hochrechnungen vor, inwieweit die Anträge auf Kurzarbeit auch umgesetzt wurden: Dies waren 15 700 Betriebe für 95 800 Beschäftigte. Die Zahl der Kurzarbeitanzeigen in Rheinland-Pfalz wurde im März mit rund 19 000 angegeben.

Deutlich höher als vor einem Jahr ist auch die Unterbeschäftigung - dazu gehören kurzfristig arbeitsunfähige Menschen, etwa wegen Krankheit, sowie alle, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen - etwa zur beruflichen Eingliederung oder zur Weiterbildung. Diese Zahl lag im Juni bei 158 500. Das waren 16,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Zahl der jungen Menschen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, ist mit 9400 um 12,4 Prozent höher als im Juni vergangenen Jahres. 11 500 Ausbildungsstellen warten nach Angaben der Arbeitsagentur noch auf die passende Bewerberin oder den passenden Bewerber. Dies sind 2,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) betonte: "Die nach wie vor bestehenden Unsicherheiten in der Wirtschaft ziehen eine zurückhaltende Nachfrage nach Arbeitskräften und damit verbunden eine geringere Einstellungsbereitschaft der Unternehmen nach sich." Erwerbslose hätten es daher "zurzeit sehr schwer, direkt wieder einen neuen Arbeitsplatz zu finden".

Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) kündigte ein neues Aufrufverfahren für arbeitsmarktpolitische Projekte mit Förderungen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) an. Dafür könnten bald Projektvorschläge eingereicht werden - beispielsweise mit dem Ziel nachhaltiger, hochwertiger Beschäftigung mit Anpassung an neue Arbeitsbedingungen oder der Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit von besonders benachteiligten Bürgern.

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