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Erste Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt: Kurzarbeit bleibt

Halle (Saale)  

Erste Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt: Kurzarbeit bleibt

01.07.2020, 02:43 Uhr | dpa

Erste Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt: Kurzarbeit bleibt. Logo der Agentur für Arbeit

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach dem dramatischen Einbruch durch die Corona-Krise stabilisiert sich Thüringens Arbeitsmarkt wieder. Im Juni stieg die Zahl der Arbeitslosen nur noch um etwa 100, wie die Landesarbeitsagentur am Mittwoch mitteilte. Damit sind derzeit 70 600 Frauen und Männer ohne feste Anstellung - immerhin 13 800 mehr als im Juni 2019. Die Arbeitslosenquote in Thüringen verharrte bei 6,3 Prozent.

Thüringen liegt damit im Bundestrend mit einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent aber besser als der Durchschnitt in Ostdeutschland mit 7,7 Prozent. Die Arbeitsmarktexperten sehen eine erste Erholung von den Folgen der Coronavirus-Pandemie, die mit einem Konjunktureinbruch verbunden ist. "Wir spüren ein Wiederhochfahren der Wirtschaft", sagte der Geschäftsführer der Landesarbeitsagentur, Markus Behrens. "Die Krise bleibt jedoch präsent."

Den durch die Corona-Pandemie bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Zeitraum von März bis Juni bezifferte die Landesarbeitsagentur auf 15 600 Arbeitslose. Im Sommer rechnen die Arbeitsmarktexperten nochmals mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit - auch, weil in den Ferien traditionell weniger eingestellt wird. Im Herbst soll es jedoch nach den Prognosen eine Erholung geben.

Immerhin wird wieder mehr eingestellt: 3600 Arbeitslose fanden im Juni eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, das waren 300 mehr als im Vormonat. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen stieg auf knapp 4000 - 800 mehr als im Mai.

Nach den Angaben der Landesarbeitsagentur ging auch die Zahl der Meldungen auf Kurzarbeit zurück. Im Juni kündigten 500 Firmen für 7200 Beschäftigte Kurzarbeit an. Das sei deutlich weniger als beim "historischen Hoch" der Kurzarbeitsmeldungen in den vergangenen Monaten. Von März bis Mai gingen bei den Arbeitsagenturen in Thüringen 26 600 Anzeigen auf Kurzarbeit ein, die 304 700 Beschäftigte betrafen.

"Kurzarbeit ist damit nach wie vor das Instrument der Stunde", sagte Behrens. Viele Unternehmen nutzten sie, um ihre Stammbelegschaften zu halten, so der Geschäftsführer der Landesarbeitsagentur. Ähnlich äußerten sich die Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Erfurt, Cornelia Haase-Lerch, und der Geschäftsführer des Thüringer Arbeitgeberverbandes, Stephan Fauth. Nach einer Umfrage der Kammer unter rund 400 Betrieben wollen 59 Prozent der Unternehmen die Zahl ihrer Mitarbeiter trotz schwieriger Geschäftslage weitgehend konstant halten. "Es ist abzuwarten wie die Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket wirken und den Arbeitsmarkt beeinflussen", sagte Haase-Lerch.

Arbeitsministerin Heike Werner (Linke) erklärte, die Zahlen zeigten, dass Thüringen eine Chance habe, "die Krise in überschaubarer Zeit zu überwinden". Dafür müsse jetzt klug investiert - auch mit Hilfe der Konjunkturprogramme.

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