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20 Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Jahr

Schwerin  

20 Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Jahr

01.07.2020, 10:17 Uhr | dpa

20 Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Jahr. Agentur für Arbeit

Der Schriftzug der "Agentur für Arbeit" ist am Gebäude der Agentur für Arbeit angebracht. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie liegt die Zahl der Erwerbslosen in Mecklenburg-Vorpommern im Juni um 20,2 Prozent höher als vor einem Jahr. Aktuell sind 65 900 Menschen im Nordosten arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Kiel mitteilte. Dies seien 11 100 mehr als im Juni 2019. Die Arbeitslosenquote betrage nun 8 Prozent, im Juni 2019 lag sie den Angaben zufolge bei 6,7 Prozent.

Doch es gibt inzwischen auch Lichtblicke: Seit Mai sank die Zahl der Erwerbslosen leicht um 1600 oder 2,4 Prozent. Zugleich sei weniger Kurzarbeit angezeigt worden und die Personalnachfrage sei gestiegen, sagte die Regionalchefin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Hauptgrund für die leichten Aufhellungen am Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern sei die Tourismuswirtschaft, die von den Corona-Lockerungen profitiert habe. Im Landkreis Vorpommern-Rügen ging die Zahl der Erwerbslosen landesweit am stärksten um 7,2 Prozent zurück.

Insgesamt sei die Personalnachfrage in MV jedoch im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer. "So sind speziell Stellenmeldungen aus der Zeitarbeit und Logistik deutlich zurückgegangen", sagte Haupt-Koopmann. Seit Jahresbeginn seien den gemeinsamen Arbeitgeberserviceteams der Arbeitsagenturen und Jobcenter 20 700 sozialversicherungspflichtige Stellen zu Besetzung gemeldet worden. "Das ist ein Minus von 6600 oder 24,2 Prozent." Allerdings zog im Juni die Personalnachfrage leicht an. Sie stieg um 580 Stellen auf 3300, ein Plus von 21,5 Prozent, wie Haupt-Koopmann berichtete.

Der landesweite Rückgang der Arbeitslosigkeit um 2,4 Prozent sei der stärkste bundesweit. Im Vergleich der Bundesländer liegt Mecklenburg-Vorpommern auf dem fünftletzten Platz - vor Sachsen-Anhalt (8,1 Prozent), Hamburg (8,2), Berlin (10,5) und Bremen(11,6). In der Bundesrepublik insgesamt stieg die Erwerbslosigkeit leicht von 6,1 Prozent im Mai auf 6,2 Prozent.

Nach Worten von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) spürt im Land vor allem das produzierende Gewerbe die Auswirkungen der Corona-Krise. "Es ist für Unternehmen weiter herausfordernd, Aufträge und Umsätze zu generieren", sagte er. Beispielsweise müssten Lieferketten reaktiviert werden, um die Produktion zu ermöglichen. Trotzdem werde investiert, was enorm wichtig sei.

Als Beispiele nannte Glawe zwei aktuell geplante Unternehmensansiedlungen in Schwerin und in Anklam. Die Vink Chemicals GmbH & Ko. KG aus Hamburg plant demnach, sich im Industriepark Schwerin anzusiedeln - 40 neue Arbeitsplätze seien geplant. Die Unternehmensgruppe VICI Polska aus Warschau plant Glawe zufolge, nach Vorpommern zu expandieren und sich im Industrie- und Gewerbegebiet Anklam Süd-Ost mit einem Standort für die Nahrungsmittelproduktion anzusiedeln. Zunächst sollen dort 110 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, so der Minister.

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