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Corona-Hilfen in Milliardenhöhe: "Kraftakt" für Förderbank

Dresden  

Corona-Hilfen in Milliardenhöhe: "Kraftakt" für Förderbank

01.07.2020, 15:15 Uhr | dpa

Corona-Hilfen in Milliardenhöhe: "Kraftakt" für Förderbank. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank

Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank (SAB). Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB (Quelle: dpa)

Die Sächsische Aufbaubank (SAB) hat in den vergangenen Monaten Tausende Anträge für Corona-Hilfen abgewickelt. "Corona war ein großer Kraftakt für uns", sagte die neue SAB-Vorstandsvorsitzende Katrin Leonhardt am Mittwoch in Dresden. Bis Ende Juni wurden innerhalb von vier Monaten insgesamt knapp 104 000 Anträge mit einem Volumen von rund 1,42 Milliarden Euro bewilligt - dazu zählen die Soforthilfen des Bundes sowie die Ausreichung der landeseigenen Darlehen.

Rund 600 Mitarbeiter seien über Wochen hinweg im Zweischichtsystem sowie am Wochenende und an Feiertagen im Einsatz gewesen, um die Anträge zu bearbeiten, so Leonhardt. Rund 46 000 Überstunden haben sich bei den insgesamt knapp 1200 Mitarbeitern auf diese Weise angesammelt. Ein Teil der Beschäftigten bezog während der Corona-Krise Arbeitszimmer in einem nahegelegenen Hotel, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Laut Bank wurden über die SAB etwa zehn Prozent der rund 162 000 förderberechtigten Firmen mit einem Soforthilfe-Darlehen unterstützt, über den Corona-Zuschuss des Bundes waren es rund 57 Prozent der 146 000 Unternehmen mit entsprechendem Anspruch. Kammern und Verbände hatten immer wieder kritisiert, dass Sachsen anders als andere Bundesländer in der Corona-Krise keine nichtrückzahlbaren Zuschüsse ausreichte. Leonhardt verteidigte das Darlehensprogramm. An der Zahl der Antragsteller könne man sehen, dass das Programm "sehr wohl seine Wirkung entfaltet" habe, betonte Leonhardt.

Die 53 Jahre alte Katrin Leonhardt hat zum 1. Juli den Vorsitz der SAB von Stefan Weber übernommen, der sich nach mehr als 25 Jahren bei der Förderbank in den Ruhestand verabschiedet hat.

Die neue SAB-Chefin verwies darauf, dass die ersten Unternehmen ihre Corona-Hilfen bereits zurückgezahlt haben: Rund 1450 Bezieher von Soforthilfe-Zuschüssen des Bundes haben rund zehn Millionen Euro zurückerstattet, bei den Darlehensnehmern sind es 128 Firmen mit einem Volumen von rund 1,4 Millionen Euro. Bei vielen sei der Bedarf doch geringer ausgefallen als zunächst erwartet, so Leonhardt.

Durch Corona habe auch das Thema Digitalisierung einen "Wahnsinns-Schub" erhalten, so die Vorstandsvorsitzende. Etwa 70 Prozent der Förderanträge wurden digital über das Förderprogramm eingereicht. "Eines der wichtigsten Ziele ist es, die Digitalisierung weiter voranzutreiben", kündigte Leonhardt an. Kunden sollen künftig digital schnelleren Zugriff auf Förderprogramme haben.

Insgesamt hat die SAB im vergangenen Jahr rund 36 800 Zuschüsse, Darlehen oder Bürgschaften bewilligt mit einem Volumen von rund 2,35 Milliarden Euro - ein Plus von 40 Prozent. Zudem laufen die Arbeiten für den rund 161 Millionen Euro teuren Neubau des Hauptsitzes in Leipzig weiter. Mitte nächsten Jahres soll ein Teil der Mitarbeiter dann umziehen.

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