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Arbeit auf MV Werften ruht weiter: Hoffen auf Bundeshilfe

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Arbeit auf MV Werften ruht weiter: Hoffen auf Bundeshilfe

01.07.2020, 15:25 Uhr | dpa

Arbeit auf MV Werften ruht weiter: Hoffen auf Bundeshilfe. MV-Werften

Blick auf das Werftgelände der MV Werften. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Die MV Werften haben in kleiner Besetzung den Schiffbau unter Corona-Auflagen geprobt, schieben die generelle Wiederaufnahme der Produktion zunächst aber noch hinaus. "Das Testteam erfüllt weiterhin geplante Aufgaben an den Großsektionen für Global Dream. Der Hauptteil der Beschäftigten bleibt derweil in Kurzarbeit", teilte die Werftengruppe mit Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund am Mittwoch mit. Die Kurzarbeit sei vorsorglich bis zum Jahresende beantragt worden.

Infolge der Corona-Krise ruht seit Mitte März die Arbeit auf den MV Werften, die von der malaysischen Genting-Gruppe übernommen worden waren und zuletzt insgesamt wieder 3100 Beschäftige zählten. Genting ist selbst unter anderem auf dem Sektor Schiffsreisen tätig und hat infolge der Corona-Pandemie mit enormen Einnahmeausfällen zu kämpfen.

Derzeit werde der Antrag auf Mittelzuwendungen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes vorbereitet, sagte ein Werftensprecher. Mit Hilfe des Corona-Schutzschirms soll die Finanzierung der milliardenschweren Schiffsneubauten für den asiatischen Kreuzfahrtmarkt gesichert werden. Die MV Werften hoffen auf 570 Millionen Euro.

Das Land hatte seinen Bürgschaftsrahmen bereits aufgestockt und zu Wochenbeginn gaben die beteiligten Banken 175 Millionen Euro aus einem Guthabenkonto frei. Mit diesem Geld sollen vor allem ausstehende Rechnungen von Zulieferern bedient werden, die seit Monaten auf ihr Geld warten. Ohne die Mittelfreigabe hätte möglicherweise die Insolvenz der Werften gedroht, hieß es.

In der Mitteilung wird auf "zahlreiche konstruktive und vertrauensvolle Gespräche zwischen Bund, Land, Hermes, KfW, IG Metall, Betriebsräten, MV Werften und dem Gesellschafter" verwiesen. Gemeinsames Ziel sei die Überwindung der Covid-19-Auswirkungen und die Stabilisierung der Werften als industriellem Motor in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bundesmittel sollten dafür eingesetzt werden, ihnen eine klare eigenständige Fortführungsperspektive nach Überwindung der Pandemie zu sichern.

In der Landtagsdebatte Mitte Juni hatten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) betont, dass die MV Werften bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie gesunde Unternehmen gewesen seien. Der Genting-Konzern als Eigentümer habe seit der Übernahme der Schiffbaubetriebe vor drei Jahren 1,6 Milliarden Euro investiert. Das habe noch kein Eigner davor getan. Genting habe seine Versprechen erfüllt, begründete Glawe das Engagement für die Werften.

Schwesig erinnerte an die wechselvolle Geschichte der Werften und auch jetzt gebe es Risiken. Doch seien die Betriebe das industrielle Herz des Landes und wichtiger Auftraggeber für viele Zulieferer. Nach ihren Worten wird die Landesregierung alle Bemühungen unterstützen, die MV Werften unter den Corona-Schutzschirm des Bundes zu bekommen.

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