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Dynamo-Sportchef: "Ziele über Vertragslaufzeiten definieren"

Dresden  

Dynamo-Sportchef: "Ziele über Vertragslaufzeiten definieren"

01.07.2020, 15:37 Uhr | dpa

Dynamo-Sportchef: "Ziele über Vertragslaufzeiten definieren". Dynamo Dresdens neuer Sportgeschäftsführer Ralf Becker

Dynamo Dresdens neuer Sportgeschäftsführer Ralf Becker. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Ralf Becker weiß, was sich gehört. "Dynamo Dresden ist eine ganze große Nummer in Deutschland und auch international, weswegen ich mich freue, dass es geklappt hat", schwärmte der neue Sportgeschäftsführer des sächsischen Traditionsclubs am Mittwoch bei seiner Vorstellung im Rudolf-Harbig-Stadion.

Becker folgt auf Vereinsidol Ralf Minge, dessen Vertrag zum 30. Juni endete und nach sechs Jahren Amtszeit aufgrund des sportlichen Misserfolgs der vergangenen beiden Jahre nicht verlängert wurde. Die Fußstapfen sind für den Neuen dennoch groß, weswegen Becker auch keine Vergleiche anstellen will. "Da kann ich nur verlieren", sagte der 49-Jährige und schaut lieber nach vorn.

Sein erster Arbeitstag begann immerhin mit viel Lob. "Wir waren erstaunt über die Qualität der Bewerbung. So eine Qualität hatten wir noch nie", bescheinigte Dynamos Aufsichtsrat-Geschäftsführer Jens Heinig dem neuen Sportchef. Becker arbeitete nach seiner Spieler-Laufbahn zunächst als Co- beziehungsweise Cheftrainer beim Karlsruher SC und dem SSV Ulm. Von 2016 bis 2018 führte er Holstein Kiel aus der 3. Liga fast in die Bundesliga und stand anschließend für ein Jahr beim Hamburger SV als Sportvorstand unter Vertrag.

In Dresden hat der gebürtige Schwabe zunächst für zwei Jahre unterschrieben - auf eigenen Wunsch. "Man kann Ziele auch über Vertragslaufzeiten definieren", sagte Becker und ergänzte: "Man sollte nicht den Fehler machen, zu denken, dass alle Dinge in vier Wochen geändert sind, die man ändern will. Aber wir werden sehr ehrgeizig sein nächstes Jahr und möchten allerspätestens in zwei Jahren wieder ein Zweitliga-Verein sein."

Aufgaben gibt es nach dem dritten Zweitliga-Abstieg der Dresdner Vereinsgeschichte genug. Denn es gilt, den nächsten Neuanfang zu planen. Oberste Priorität habe in den kommenden Wochen die Zusammenstellung eines schlagkräftigen Kaders. Erste Gespräche mit Cheftrainer Markus Kauczinski und Kaderplaner Kristian Walter habe Becker bereits geführt, wie auch mit einigen Akteuren der vergangenen Saison.

Dennoch forderte der 49-Jährige Geduld ein. Die Tatsache, dass die zweite Transferperiode durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) bis zum 5. Oktober verlängert wurde, komme Dynamo dabei entgegen. "Vielleicht kann man auch erst einmal in die Saison gehen, Eindrücke sammeln und dann eventuell Spieler bekommen, die aktuell noch ganz andere Sachen im Kopf haben", erklärte Becker. Spieler müssten aber zum Verein passen. "Wir wollen Persönlichkeiten in der Truppe haben. Wir brauchen eine gute Struktur, die sich aus verschiedenen Typen zusammensetzt."

Die Ausrichtung heißt 3. Liga, auch wenn sich der 49-Jährige noch einen Liga-Verbleib der Sachsen erhofft: "Es kommt zu kurz, dass die Gerechtigkeitsfrage gestellt wird. Gerecht wäre die Liga aufzustocken, alle 36 Vereine hätten es gepackt. Das sollte man diskutieren."

Dynamo konnte wegen mehrerer Corona-Fälle erst verspätet in die Rest-Saison starten und musste neun Spiele in 29 Tagen absolvieren. Dem Wunsch von Dynamo, Nachholspiele in den Juli zu verlegen, war die Deutsche Fußball-Liga (DFL) nicht nachgekommen, weswegen der Club derzeit prüft Klage wegen Wettbewerbsverzerrung einzureichen.

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