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Chef der Stiftung Sächsische Gedenkstätten hört früher auf

Dresden  

Chef der Stiftung Sächsische Gedenkstätten hört früher auf

01.07.2020, 17:53 Uhr | dpa

Der Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Siegfried Reiprich, scheidet vorzeitig aus dem Amt aus - und damit noch früher als vor einer Woche verkündet. Wie das Kulturministerium in Dresden am Mittwoch mitteilte, hat der 65-Jährige vor einigen Tagen die Beendigung seines bis 2022 laufenden Vertrages zum 30. November dieses Jahres bekanntgegeben. Bislang hatte des geheißen, Reiprich wolle Ende des Jahres in den Ruhestand treten.

Zugleich kritisierte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) kürzliche Äußerungen Reiprichs. Sie distanziere sich scharf davon, sagte die Vorsitzende des Stiftungsrats der Sächsischen Gedenkstätten. Reiprich hatte auf Twitter mit Blick auf die Krawalle in Stuttgart geschrieben: "War da nun eine Bundeskristallnacht oder "nur" ein südwestdeutsches Scherbennächtle?". "Der angedeutete Vergleich zwischen den jüngsten Krawallen in Stuttgart und den NS-Pogromen 1938 verkennt die Wesensmerkmale von politischer Gewaltherrschaft", sagte Klepsch. Dies widerspreche klar dem Sinn der Gedenkstättenarbeit.

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Landtagsabgeordnete Frank Richter hatte die Äußerung bereits heftig kritisiert. Reiprich spiele "bewusst, willentlich und öffentlich mit Vergleichen aus der NS-Zeit". Und weiter: "Er gibt sich als Anhänger rechten Gedankenguts zu erkennen." Richter forderte den Stiftungsrat zu dienstrechtlichen Konsequenzen auf.

Klepsch kündigte nun an, dass deswegen der Stiftungsrat kurzfristig zusammenkommen wird. "Mir geht es darum, dass sich das zuständige Stiftungsorgan mit der Angelegenheit befasst", betonte sie. Der Stiftungsrat entscheidet in allen grundsätzlichen Angelegenheiten. Er überwacht die Geschäftsführung und entlastet den Geschäftsführer.

Die Stiftung war in den letzten Jahren auch wegen Reiprich wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Opferverbände monierten, dass sie sich mehr um die Verbrechen der DDR-Diktatur als um die NS-Zeit kümmere.

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