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Handwerk "gedämpft optimistisch"

Dresden  

Handwerk "gedämpft optimistisch"

02.07.2020, 14:33 Uhr | dpa

Handwerk "gedämpft optimistisch". Oberster Bäckermeister

Roland Ermer, Bäckermeister und Präsident des Sächsischen Handwerkstages. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Der sächsische Handwerkstag sieht - trotz einer schrittweisen Rückkehr der Unternehmen zum Alltag - viele Betriebe weiterhin in einer schwierigen Lage. "Auch wenn sich die Situation für die Betriebe von Branche zu Branche und auch regional unterschiedlich darstellt", sagte Handwerkstag-Präsident Roland Ermer am Donnerstag in Dresden. In einer stichprobenartigen Online-Befragung im Juni hatte mehr als jedes dritte Handwerksunternehmen rückläufige Aufträge verbucht. Viele beklagen zudem - vor allem in den Bau- und Ausbaugewerken - fehlendes Material.

Die große "Kündigungswelle" sei aber nicht erfolgt, so Ermer. Neben dem Instrument der Kurzarbeit komme hier der sächsischen Wirtschaft ihre Kleinteiligkeit zugute. Damit lassen sich Arbeitsabläufe flexibler gestalten, so Ermer. Insgesamt seien die Erwartungen in Bezug auf Umsatz und Auftragsentwicklung für die nächsten Monate "gedämpft optimistisch".

Insgesamt positiv bewerteten der Handwerkstag sowie die Handwerkskammern das kürzlich von der sächsischen Regierung beschlossene "Impulsprogramm" unter dem Titel "Sachsen startet durch". Es sei wichtig, dass von dem 400 Millionen Euro schweren Stabilisierungsfonds auch kleine und mittlere Unternehmen profitierten, betonte der Präsident der Dresdner Handwerkskammer, Jörg Dittrich.

Für den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur - etwa Digitalisierung sowie Straßen- und Schienenverkehr - nimmt die Landesregierung aus Sicht des Handwerks zu wenig Geld in die Hand. Als "Enttäuschung und großen Fehler" bezeichnete Dittrich zudem, dass das Thema Berufsausbildung keinen Niederschlag gefunden habe.

Bis Ende Juni wurden im sächsischen Handwerk für das neue Ausbildungsjahr 2020/21 knapp 2400 neue Lehrverträge abgeschlossen - das sind rund zehn Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Auch der Anteil besetzter betrieblicher Lehrstellen ging deutlich zurück. In Sachsen gibt es aktuell rund 56 400 Handwerksbetriebe, die mehr als 300 000 Menschen beschäftigen.

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