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Zwölf Jahre Haft für Tötung mit Gartenschere gefordert

Rostock  

Zwölf Jahre Haft für Tötung mit Gartenschere gefordert

03.07.2020, 16:33 Uhr | dpa

Zwölf Jahre Haft für Tötung mit Gartenschere gefordert. Statue der Justitia

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Rostock (dpa/mv) – Wegen der Tötung einer 79-jährigen Rentnerin in Güstrow mit einer Gartenschere soll der Angeklagte nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für zwölf Jahre ins Gefängnis. Die Anklagevertretung sah es am Freitag im Landgericht Rostock als erwiesen an, dass der 44-jährige Taubstumme die Frau im September 2019 im Kellereingang ihres Hauses mit der Gartenschere umgebracht hat.

Der Verteidiger hält indes eine Strafe von höchstens zehn Jahren für angemessen. Im Urteil müsse die Behinderung des Mannes berücksichtigt werden, sagte er. Der Angeklagte erklärte in seinem letzten Wort, er werde sich umbringen, falls er zu zehn oder mehr Jahren Haft verurteilt würde. Er sei doch kein Schwerverbrecher. Das Urteil soll am kommenden Freitag verkündet werden.

Der Mann aus der Ukraine hatte sein Opfer 2016 bei einem zufälligen Treffen in der Stadt kennengelernt, als er sie um Hilfe bat, und sie danach mehrmals in ihrem Haus aufgesucht. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wies die Rentnerin den Angeklagten ab, als er im September 2019 zum wiederholten Male um Geld bat. Daraufhin habe er sie getötet.

Der Angeklagte hatte in einem Geständnis zu Beginn des Prozesses behauptet, er habe die Rentnerin schon lange töten wollen, weil sie Lügen über ihn verbreitet habe. Das hielt der Staatsanwalt für falsch. Der 44-Jährige sei latent aggressiv und leicht erregbar und kaum in der Lage, seinen Ärger über längere Zeit zu konservieren. Laut einem Bericht der Gerichtsmedizin fügte der Angeklagte der alten Frau, die ihm körperlich vollkommen unterlegen war, mindestens 15 Verletzungen am Kopf, am Oberkörper und an den Armen zu.

Ein Rechtsanwalt des Witwers der früheren Lehrerin an der Taubstummen-Schule in Güstrow forderte 15 Jahre Gefängnis für den Angeklagte, ein Vertreter der Tochter des Opfers sogar lebenslange Haft. Der Angeklagte sei brutal vorgegangen und nach der Tat seelenruhig einkaufen gegangen. Er bleibe eine "tickende Zeitbombe", sagte der eine Nebenklage-Vertreter.

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