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Filmproduzent Hofmann erwartet "gesellschaftlichen Reset"

Worms  

Filmproduzent Hofmann erwartet "gesellschaftlichen Reset"

06.07.2020, 06:14 Uhr | dpa

Filmproduzent Hofmann erwartet "gesellschaftlichen Reset". Nico Hofmann

Nico Hofmann bei einer Veranstaltung. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Erfahrung der Corona-Pandemie wird die Gesellschaft in Deutschland verändern - diese Erwartung hat auch der Filmproduzent Nico Hofmann: "Wir stellen uns alle die Frage: Wie habe ich gelebt vor Corona und wie will ich in Zukunft leben und arbeiten?" sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dabei rechne er damit, dass Herausforderungen wie die Umwelt- und Klimapolitik stärker in den Fokus rücken würden. "Ich denke, dass wir ähnlich wie nach der Finanzkrise von 2008/09 einen kompletten gesellschaftlichen Reset erleben werden."

Der Geschäftsführer des Filmunternehmens UFA GmbH rechnet auch mit inhaltlichen Verschiebungen in der Filmbranche: "Jetzt werden andere Themen nach vorne gerückt wie Solidarität und Mitmenschlichkeit. Das findet direkten Ausdruck in den Stoffen, dass Menschen offener und solidarischer miteinander umgehen." Zu den Produktionen Hofmanns gehören Fernsehserien wie "Charité" oder Filme wie "Lotte am Bauhaus". Soeben hat Hofmann auch seinen Vertrag als Intendant der Wormser Nibelungen-Festspiele verlängert.

"Jetzt fahren wir die ganze Produktion wieder hoch, soweit das geht", sagte Hofmann zur coronabedingten Zwangspause. Seit Juni gebe es klare Vorgaben zum Arbeitsschutz. Bestimmungen etwa zu Testungen, Quarantäne und Mindestabstand ließen sich im technischen Bereich gut umsetzen. "In der Arbeit mit den Schauspielern machen wir de facto dasselbe wie im Bundesliga-Fußball" - also mit Vorkehrungen wie umfassenden Testungen.

"Wir haben bereits begonnen, wieder die täglichen Serien zu drehen, Studioproduktionen wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" oder "Unter uns"", sagte er. Dank der neuen Bestimmungen könnten auch größere Produktionen zumindest wieder vorbereitet werden. "Wie hart uns die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise getroffen haben, können wir womöglich erst im Herbst realisieren." Aber es habe auch "eine enorme Solidarität" gegeben von Künstlern, Produzenten und Auftraggebern. "Wir sind in dieser Zeit alle sehr stark zusammengerückt." Für viele Selbstständige sei es sehr wichtig gewesen, dass Kurzarbeit-Programme aufgestockt worden seien. "Das trägt jetzt in der Aufbauphase zur guten Stimmung bei."

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