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Aussagen von Gedenkstätten-Chef: Komitee will Klarstellung

Dresden  

Aussagen von Gedenkstätten-Chef: Komitee will Klarstellung

07.07.2020, 22:22 Uhr | dpa

Das Bautzen-Komitee hat den Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Siegfried Reiprich, aufgefordert, sich deutlich von seinen Äußerungen zu den Stuttgarter Krawallen zu distanzieren. Diese nur als "ungeschickt und ein Fehler zu bezeichnen und dabei gleichzeitig aber über das angebliche große Erregungspotenzial und Skandalisierungsbedürfnis seiner Kritiker zu klagen, lassen die notwendige Einsicht da bisher leider vermissen", hieß es in einer Mitteilung des Komitees vom Dienstagabend. Mit seinen Äußerungen verharmlose Reiprich nicht nur den Terror der NS-Diktatur, er überschreite auch eine Grenze, die nicht akzeptierbar sei.

Der Geschäftsführer hatte auf Twitter die Krawalle in Stuttgart mit dem NS-Pogrom 1938 verglichen: "War da nun eine Bundeskristallnacht oder "nur" ein südwestdeutsches Scherbennächtle?". Das sorgte bundesweit für Empörung. Auch früher stand Reiprich bereits in den Schlagzeilen. In der "Leipziger Volkszeitung" stellte er seine Äußerungen als "ungeschickt" dar und räumte einen Fehler ein.

Dies hatte auch etwa bei den Linken für Unmut gesorgt. Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt hatte erklärt, je früher Reiprich seinen Stuhl räume, desto besser. Es sei weder der Stiftung noch dem Freistaat zuzumuten, dass er bis Ende November im Amt bleibt.

Der Förderverein Gedenkstätte Bautzen hielt Reiprich auch angesichts seiner Gesamtbilanz für nicht länger tragbar: "Dieser Geschäftsführer fiel nicht durch Sachkenntnis auf, sondern durch ein selbstherrliches Gebaren, mit dem er die nachgeordneten Institutionen drangsalierte und die aus zivilgesellschaftlichem Engagement entstandenen Fördervereine an den Rand zu drängen versuchte."

Das Bautzen-Komitee war 1990 von ehemaligen Gefangenen der beiden Haftanstalten gegründet worden. Dort wurden während des Nationalsozialismus, der sowjetischen Besatzungszeit und der DDR vor allem politische Gegner unter unmenschlichen Haftbedingungen gefangen gehalten.

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