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Römischer Limes soll Unesco-Welterbe werden

Kleve  

Römischer Limes soll Unesco-Welterbe werden

11.07.2020, 09:32 Uhr | dpa

Römischer Limes soll Unesco-Welterbe werden. Blick auf das Haus Bürgel

Blick auf das Haus Bürgel. Foto: Marcel Kusch/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Nach der im Januar eingereichten Bewerbung um Aufnahme des Niedergermanischen Limes der Römer in das Weltkulturerbe werden jetzt die Experten gefragt. Noch in diesem Jahr werde die Gutachter-Kommission der Unesco vor Ort erwartet, sagte Steve Bödecker vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Voraussichtlich im Februar 2021 solle diese Prüfung abgeschlossen sein.

Die einstige Außengrenze des mächtigen Römischen Reichs ist in Nordrhein-Westfalen 220 Kilometer lang. Sie verläuft zwischen Bonn und Kleve am Rhein, der damals die Grenze war. Deshalb wird auch vom "nassen Limes" gesprochen. 19 Kommunen haben archäologische Zeugnisse. NRW bewirbt sich mit Rheinland-Pfalz und den Niederlanden. Das Nachbarland hat die Bewerbung offiziell eingereicht.

46 Welterbe-Stätten gibt es in Deutschland bislang. Eine Ernennung des Limes zum Weltkulturerbe soll auch Rückenwind für den Tourismus bringen. Zum Beispiel in Krefeld, wo zur Römerzeit ein Militärlager stand. "Die Einbindung in das Unesco-Welterbe stellt für das Archäologische Museum Krefeld eine große Chance dar, unsere umfangreiche Sammlung mit teils einzigartigen Funde einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren", sagte Museumsleiterin Jennifer Morscheiser. Auf dem Gelände des einstigen Römer-Kastells soll einmal ein archäologischer Park entstehen.

Die Aufnahme ins Weltkulturerbe soll eine Lücke zwischen zwei bereits geschützten Abschnitten schließen - dem Obergermanisch-Raetischen Limes südlich von Bonn sowie dem Hadrianswall und einem weiteren in Großbritannien.

Geplant war eigentlich, dass frühestens im Juli 2021 die Kulturorganisation der Vereinten Nationen bei einer Sitzung des Welterbekomitees über die Aufnahme entscheiden sollte, berichtete Bödecker. Doch der Termin steht nun wegen einer Verzögerung durch die Corona-Pandemie in den Sternen. Denn die diesjährige Sitzung, die in China geplant ist, konnte noch nicht stattfinden. Sie wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

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