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"Boden darf nicht schwarz sein": Wege im Kampf gegen Dürre

Schwerin  

"Boden darf nicht schwarz sein": Wege im Kampf gegen Dürre

13.07.2020, 06:53 Uhr | dpa

"Boden darf nicht schwarz sein": Wege im Kampf gegen Dürre. Humus

Claudia Resthöft steht auf einem Getreidefeld mit Untersaat. Foto: Stefan Sauer/dpa (Quelle: dpa)

Der Regen der vergangenen Wochen hat zwar der Natur gut getan, das Wasserdefizit aber ist längst nicht aufgeholt. Die Landwirtschaft muss sich auf die veränderten Bedingungen einstellen. Das Frühjahr 2020 war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bereits zum siebten Mal in Folge zu trocken und eines der sechst niederschlagärmsten seit 1881. Auch die Sommer 2018 und 2019 waren von großer Trockenheit gekennzeichnet.

Forderungen nach der Entwicklung von trockenheitsresistenten Kulturpflanzen werden laut. Nach Ansicht des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) liegt die Lösung jedoch in fruchtbaren Böden durch mehr Humus. "Gegen die Dürre helfen weder Beregnung, trockenresistente Sorten noch Energiepflanzenanbau", sagte der Agrarreferent des BUND in Mecklenburg-Vorpommern, Burkhard Roloff. Gegen die immer häufigeren Dürren einerseits und zunehmenden Starkregen andererseits helfe nur der ständige Humusaufbau auf den Äckern. Als Humus wird die gesamte abgestorbene organische Substanz des Bodens bezeichnet. "Humusreiche Böden können bis zu einem Vierfachen ihres Eigengewichtes an Wasser aufnehmen, länger speichern und reinigen sowie länger nachliefern", erläuterte Roloff.

Humusaufbau ist nach seinen Worten jedem Bauern und Gärtner möglich, indem er vielfältige Fruchtfolgen einhält, bei denen viele Pflanzenreste und Wurzeln im Boden bleiben. Weiterhin gehören dazu der Anbau von Pflanzen wie Lupinen, die Luftstickstoff binden, das Ausbringen von Stallmist und hofeigenem Kompost sowie der Anbau von Kleegras, Untersaaten und Zwischenfrüchten.

Ein Betrieb, der so wirtschaftet, ist der Biobauernhof Alter Pfarrhof Elmenhorst bei Stralsund mit Ackerbau, Milchkühen und Schweinen. Für die nach den Demeter-Richtlinien arbeitende Landwirtin Claudia Resthöft ist klar: "Der Boden darf niemals schwarz, also unbedeckt sein", wie sie sagt. Sie wirtschaftet auf 214 Hektar. Zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit arbeitet sie mit Untersaaten. Für den Anbau von Zwischenfrüchten, die zwischen Getreideernte und neuer Aussaat den Boden bedecken sollen, ist ihr die Zeit zu kurz. "Ich versuche, im September oder Anfang Oktober mit dem Wintergetreide Untersaaten wie Kleegras in den Boden zu drillen." Noch häufiger allerdings sät sie im Herbst Getreide wie Roggen und drillt Kleegras im Frühjahr in den lichten Bestand. Nach der Getreideernte bleibt das mehrjährige, stickstoffbindende Kleegras stehen. Entweder weiden es die Kühe ab, oder es wird gemäht und als Winterfutter zu Ballen gepresst, wie die Landwirtin erläutert.

Laut Roloff führt eine ökologische, humusaufbauende Bewirtschaftung zu einer höheren Kohlenstoffspeicherung in den Böden, was die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels erhöht.

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