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Industrie mit starken Umsatzeinbußen: Hilfe gefordert

Eisenach  

Industrie mit starken Umsatzeinbußen: Hilfe gefordert

14.07.2020, 14:07 Uhr | dpa

Mit Blick auf die Folgen der Corona-Krise haben Gewerkschafter mehr Unterstützung für den Wandel zu einer nachhaltigen Industriepolitik in Thüringen gefordert. Die im Freistaat mittelständisch geprägte Zuliefererindustrie der Automobilbranche mit Fokus auf klassische Verbrennungsantriebe stehe ohnehin vor Herausforderungen, hieß es in einer Mitteilung der IG Metall von Dienstag. Die Landesregierung sei gefragt, Impulse für den Wandel etwa zur Elektromobilität zu setzen.

"Im Zentrum hat die Beschäftigungssicherung und Wertschöpfung in Thüringen zu stehen", sagte Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall Bezirks Mitte, in Eisenach. In der Westthüringer Autostadt betreibt Opel ein Werk, auch JD Norman hat ein Werk nahe Eisenach. Doch der insolvente Zulieferer kündigte an, den Betrieb einstellen zu müssen, es habe sich kein Investor gefunden.

Der Geschäftsführer der IG Metall Eisenach, Uwe Laubach sagte am Dienstag, dass der Automobilzulieferbereich zwar stärker in den Fokus einer Industriepolitik gehöre. "Zusätzlich benötigt die Region ein zweites industrielles Standbein. Dazu schlagen wir erneut einen Branchendialog für die Region vor."

Die Automobilbranche ist bislang einer der umsatzstärksten Industriezweige Thüringens und Arbeitgeber von mehreren Zehntausend Menschen. Wie sehr die Corona-Krise die Konjunktur in der Thüringer Industrie bislang prägt, machten auch am Dienstag veröffentlichte Zahlen des Landesamts für Statistik deutlich. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei der Umsatz in den größeren Industriebetrieben während der ersten fünf Monate des laufenden Jahres um 13,1 Prozent auf rund 12 Milliarden Euro gesunken.

In der Autobau- und Zulieferbranche brachen die Umsätze demnach besonders heftig, nämlich um ein Drittel auf rund 1,3 Milliarden Euro ein. Auch Hersteller von Metallerzeugnissen waren heftig betroffen, ihre Umsätze gingen um 24 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro zurück; bei Maschinenbauern betrug das Minus 20 Prozent bei Umsätzen in Höhe von etwa 1,1 Milliarden Euro. Dagegen konnten etwa die Nahrungs- und Futtermittel-Branche sowie die Hersteller pharmazeutischer Erzeugnisse ihre Umsätze deutlich steigern.

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