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Erster Bauabschnitt der A20 bei Tribsees fertig

Tribsees  

Erster Bauabschnitt der A20 bei Tribsees fertig

27.07.2020, 05:55 Uhr | dpa

Erster Bauabschnitt der A20 bei Tribsees fertig. Christian Pegel (SPD)

Christian Pegel (SPD), Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern, mit Mund-Nasen-Schutz. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild (Quelle: dpa)

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) steht mal wieder an der Stelle der Autobahn 20 bei Tribsees, die vor bald drei Jahren berühmt wurde. Die Bilder vom riesigen Loch in der Autobahn von Oktober 2017 waren spektakulär. "Dass so etwas beim Autobahnbau passiert ist, finde ich immer noch beachtlich", sagt Pegel am Montag, während direkt daneben mit lauten "klack klack" die Autos und Lkw über die Behelfsbrücke rollen. Extra zum Abschluss des ersten Bauabschnitts ist der Minister gekommen, um sich über den Stand der Arbeiten unterrichten zu lassen.

Vom Ende der Arbeiten beim 90 Meter langen ersten Abschnitt zwischen dem östlichen Teil der Fahrbahn zwischen der Anschlussstelle Tribsees und der Trebeltalbrücke in Richtung Rostock merken die Autofahrer nichts. Denn jetzt steht erst der zweite Abschnitt auf dem Plan, der Bau der rund 800 Meter langen Brücke über das Moor. Doch mit diesem nun fertigen Stückchen Autobahn können die Arbeiten nun von zwei Seiten vorangetrieben werden, sagt der Leiter der Abteilung Autobahn im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Michael Eichert.

Unterdessen erklärt sein Chef, Minister Pegel, dass genau das Stück Autobahn 2017 unbeschädigt blieb. Aber dort waren die sogenannten CSV-Säulen in den Boden getrieben worden. Sie stehen aber im Verdacht, dem dauerhaften Druck der Autobahn nicht standgehalten und schließlich nachgegeben zu haben. "Bevor wir irgendwann feststellen, dass die auch nicht halten und weil wir eh die Situation der Vollsperrung haben", begründet Pegel, der offensichtlich zum Experten in Sachen Autobahnbau geworden ist, diesen Bauabschnitt.

Zur Ursache des für die deutsche Ingenieurskunst peinlichen Einbruchs der Autobahn gebe es noch keine Erkenntnisse, erklärt er. Es gebe Signale, dass diese bis Ende des Jahres vorliegen sollen. "Wir sind nicht involviert." Für ihn selbst spiele das Ergebnis nur eine nachrangige Rolle. Für die Kollegen, die heute dabei sind und ihn gelte: "Wir müssen jetzt gemeinsam die Suppe auslöffeln, die wir nicht selbst gekocht haben."

Neben den Autofahrern werden auch die Fledermäuse vom Neubau der Autobahn profitieren. Für sie wurde schon am Rande der Spur Richtung Rostock eine etwa vier Meter hohe Wand, eine Überflughilfe, errichtet. Hintergrund sei, dass es im Trebeltal einen regen Fledermaus-Flugbetrieb gibt. Das Bauwerk soll verhindern, dass die geschützten Tiere an den Kühlern der Autos und Laster ihr Leben verlieren, sagt Eichert.

Genau an der Stelle, wo das spektakuläre Loch klaffte, steht nun die riesige und 166 Tonnen schwere Drehbohranlage. Sie treibt 25 Meter tiefe Löcher in den Boden, es folgt der Bewehrungskorb und dann die Betonfüllung. "Alles seit langem bewährte Technik", erklärt Eichert. Zur Verwendung von anderen, selbst möglicherweise preiswerteren technischen Lösungen beim Autobahnbau hat in Mecklenburg-Vorpommern derzeit niemand das Bedürfnis.

Ab Ende 2021 soll die Fahrbahn Richtung Rostock mit provisorischen vier Fahrbahnen fertig sein. Dann kann der gesamte Verkehr bis Ende 2023 auf dieser Seite darüber rollen, bis die A20 komplett repariert ist, also auch die Gegenrichtung. 180 Millionen Euro sollen dann ausgegeben sein.

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