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Weniger Einsätze für Bergretter im Harz wegen Corona

Wernigerode  

Weniger Einsätze für Bergretter im Harz wegen Corona

03.08.2020, 06:53 Uhr | dpa

Weniger Einsätze für Bergretter im Harz wegen Corona. Ein Bergretter geht zu einem Rettungswagen

Ein Bergretter geht zu einem Rettungswagen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild (Quelle: dpa)

Die ehrenamtlichen Retter der Bergwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Harz haben im ersten Halbjahr wegen der Corona-Epidemie weniger Einsätze gehabt. In Niedersachsen gab es 2020 bislang 134 Einsätze - meistens handelte es dabei um Mountainbike- und Wanderunfälle. Im gesamten Vorjahr gab es in Niedersachsen 242 Einsätze. In Sachsen-Anhalt wurden die Bergretter im ersten Halbjahr zu 40 Einsätzen gerufen - nach 104 im gesamten Jahr 2019.

Im März und April gab es so gut wie keine Einsätze. Die Bergretter hätten gespürt, dass deutlich weniger Menschen in der Harzregion unterwegs gewesen seien, erklärte der Landesleiter der DRK-Bergwacht Sachsen-Anhalt, Heiner Jentsch. Die Kameradinnen und Kameraden seien in Rufbereitschaft gewesen. Zu Pfingsten seien sie in den regulären Brocken-Dienst zurückgekehrt. "Seitdem steigen auch die Einsatzzahlen wieder spürbar an."

Auf niedersächsischer Seite war die Entwicklung ähnlich. "Von Mitte Februar bis Mitte Mai war es schon spürbar, dass weniger Einsätze durch den Lockdown zu verzeichnen waren", sagte DRK-Sprecherin Kerstin Hiller in Hannover. "Ab Mitte Mai sind die Einsatzzahlen deutlich gestiegen, mehr als in den Vorjahren."

"Besonders häufig wurden unsere Bergretter in diesem Jahr zu Wanderunfällen gerufen. Stürze im Eckerlochstieg, im Bode- oder Ilsetal führten beispielsweise zu Unterarm-Frakturen und Knieverletzungen", berichtete Jentsch. In diesem Jahr habe es schon einige Einsätze gegeben, zu denen ein Rettungshubschrauber gerufen werden musste. Das sei immer dann nötig, wenn aufgrund der Verletzungen ein besonders schneller oder schonender Transport ins Krankenhaus gefragt sei.

Zu den herausragenden Einsätzen in Sachsen-Anhalt in diesem Jahr habe zweifelsohne die Bergbrandbekämpfung an der Roßtrappe Anfang Juni gehört. "Die steilen Hanglagen und schwer zugänglichen Areale des Harzes sind für die Einsatzkräfte der Feuerwehren kein alltägliches Gelände. Daher wurde die Bergwacht unterstützend tätig", erklärte der Landesleiter der Bergwacht. Kameradinnen und Kameraden hätten sich an den Hängen abgeseilt und so geholfen, das Feuer zu lokalisieren. Bei der endgültigen Brandbekämpfung habe letztlich nur der Löschhubschrauber geholfen.

Derzeit zähle die Bergwacht in Sachsen-Anhalt rund 220 Mitglieder. Davon seien etwa 100 aktive Einsatzkräfte. Nachwuchs und Unterstützung seien immer gefragt. "Wir freuen uns über jeden, der sich engagieren möchte, und geben Interessierten gerne einen Einblick in unsere ehrenamtliche Arbeit. Alles, was man mitbringen sollte, ist die Liebe zur Natur und zum Outdoor-Sport", sagte Jentsch.

Die Bergwacht in Niedersachsen hat derzeit vier aktive Bergwachtgruppen mit insgesamt 81 aktiven Mitgliedern. Herausragende Einsätze gab es für sie in diesem Jahr noch nicht, sagte Hiller.

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