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Dokumentations- und Lernort Bückeberg soll 2021 eröffnen

Emmerthal  

Dokumentations- und Lernort Bückeberg soll 2021 eröffnen

04.08.2020, 05:44 Uhr | dpa

Dokumentations- und Lernort Bückeberg soll 2021 eröffnen. Der Historiker Bernhard Gelderblom steht am Bückeberg bei Hameln

Historiker Bernhard Gelderblom steht am ehemals als Nazi-Propagandastätte genutzten Bückeberg. Foto: Ole Spata/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Auf dem früher als zentrale Propagandastätte der Nationalsozialisten genutzten Bückeberg bei Hameln soll im kommenden Jahr ein Dokumentations- und Lernort eröffnet werden. "Wir warten auf die Bewilligungsbescheide der Bundes- und EU-Mittel", sagte Geschäftsführer der Dokumentations- und Lernort Bückeberg gGmbH, Alexander Remmel, der Deutschen Presse-Agentur. Seit Anfang 2019 bereitet die vom Landkreis Hameln-Pyrmont mitgegründete gemeinnützige GmbH das Projekt vor. "Unser Plan ist es, zügig mit den Baumaßnahmen anzufangen", sagte Remmel. Allerdings müssten im Vergaberecht Fristen gewahrt werden, so dass die Eröffnung nicht vor 2021 geplant sei.

Die Stätte wurde zwischen 1933 und 1937 genutzt. Adolf Hitler hatte sich auf dem Bückeberg bei "Reichserntedankfesten" feiern lassen. Förderzusagen beziehungsweise Bewilligungen von Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Stiftung Niedersachsen, Klosterkammer Hannover und Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung liegen Remmel zufolge bereits vor.

Informationstafeln sollen auf der unter Denkmalschutz stehenden Anhöhe über die Selbstinszenierung und das Verführungspotenzial des NS-Regimes Auskunft geben. Hitlers Architekt Albert Speer hatte den etwa 800 mal 250 Meter großen Festplatz in der Gemeinde Emmerthal (Landkreis Hameln-Pyrmont) nach einer Idee von Propagandaminister Joseph Goebbels als eine Naturbühne gestaltet. Der wie ein Laufsteg erhöht gebaute "Führerweg" ist noch heute zu sehen, auch Stromkästen und die Reste der Tribüne, wo die Regierung und die Staatsgäste saßen. Dort ist eine barrierearme Besucherplattform geplant.

Bei Anwohnern hatte es Widerstand gegen die Pläne gegeben, weil man Besucherströme in die ruhige Gemeinde an der Weser befürchtete. Große bauliche Veränderungen wird es nach einem vom Hamelner Kreistag 2018 beschlossenen Kompromiss nicht geben. "Wir gehen zurückhaltend mit dem Gelände um", sagte Remmel. Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 1,3 Millionen Euro. Der Bund habe eine Förderung von 725 000 Euro angekündigt. Die EU-Förderung werde maximal bei 120 000 Euro liegen.

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