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Start für Bau von Testanlage für "grünen Wasserstoff"

Leuna  

Start für Bau von Testanlage für "grünen Wasserstoff"

06.08.2020, 14:15 Uhr | dpa

Start für Bau von Testanlage für "grünen Wasserstoff". Chemiestandort Leuna

Blick auf die Erdölraffinerie am Chemiestandort in Leuna (Sachsen-Anhalt). Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Am ostdeutschen Chemiestandort Leuna soll die Produktion von sogenanntem grünen Wasserstoff für die Industrie erprobt werden. Dafür hat am Donnerstag der Bau einer Testanlage der Fraunhofer-Gesellschaft begonnen. Mit der Elektrolysetest- und versuchsplattform wollen Wissenschaftler den Angaben nach herausfinden, wie grüner Wasserstoff im großen Stil und kostengünstig hergestellt, transportiert und gespeichert werden kann.

Das Land beteiligt sich mit rund 8 Millionen Euro am Bau der insgesamt 9,25 Millionen Euro teuren Anlage, wie Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sagte. "Sachsen-Anhalt verfügt bei Wasserstoff-Technologien über erhebliche Potenziale und kann sich in den kommenden Jahren zur Wasserstoff-Modellregion weiterentwickeln", erklärte er.

Die Pilotanlage in Leuna soll den Angaben nach im Frühjahr 2021 fertig sein und rund 25 Mitarbeiter beschäftigen. Darin arbeiten Wissenschaftler des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna und dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle zusammen.

Wasserstoff wird durch die Zerlegung von Wasser und Sauerstoff mittels Elektrolyse erzeugt. Dafür wird Strom benötigt. Um den sogenannten grünen Wasserstoff produzieren zu können, muss dieser Strom auf Basis erneuerbarer Energie hergestellt werden, wie Solar- und Windkraft, statt wie bisher meist mit Hilfe von Erdgas oder Erdöl.

In der Europäischen Union soll binnen zehn Jahren die Nutzung von klimafreundlichem Wasserstoff stark ausgebaut werden, um die Energiewende voranzutreiben. Die EU-Kommission legte dazu kürzlich ihre Strategie vor. So sollen mit öffentlicher Unterstützung bis 2024 die Kapazitäten auf eine Million Tonnen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien wachsen - sechsmal so viel wie heute. Bis 2030 sollen es zehn Millionen Tonnen sein.

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