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Besuchereinbruch wegen Corona-Pandemie in Lutherstätten

Lutherstadt Wittenberg  

Besuchereinbruch wegen Corona-Pandemie in Lutherstätten

09.08.2020, 08:59 Uhr | dpa

Besuchereinbruch wegen Corona-Pandemie in Lutherstätten. Ein Lutherdenkmal steht auf dem Marktplatz von Wittenberg

Ein Lutherdenkmal steht auf dem Marktplatz von Wittenberg. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/Illustration (Quelle: dpa)

In den Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Besucher deutlich eingebrochen. So kamen allein in das Lutherhaus nach Wittenberg im ersten Halbjahr nur rund 7000 Menschen. "Normalerweise zählen wir in diesem Zeitraum in diesem Museum rund 30 000 Gäste", sagte eine Sprecherin der Stiftung Luthergedenkstätten. Das frühere Wohnhaus des Theologen Martin Luther (1483-1546) beherberge das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Es gilt als Touristenmagnet. Im Vorjahr wurden nach bisherigen Angaben rund 118 000 Besucher in allen fünf Museen in Sachsen-Anhalt gezählt, die zu den Luthergedenkstätten zählen. Sie befinden sich in den Städten Wittenberg, Eisleben und Mansfeld.

Wegen der Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mussten den Angaben nach alle Museen der Stiftung in diesem Jahr von März bis Mai schließen. Auch nach der Wiedereröffnung blieben vor allem Besucher aus dem Ausland wie den USA und Asien weg. Heute gebe es kleinere Gruppen-Führungen, was mehr Individualität bei der Wissensvermittlung ermögliche. "Wir haben auch mehr Einzelbesucher als sonst, der Anteil an Familien mit Kindern hat sich deutlich erhöht", sagte sie unter Hinweis auf Ferien vor der Haustür.

Um die Corona-Krise insgesamt als Chance für Neues zu sehen, wolle die Stiftung die Angebote für diese Zielgruppen erweitern. "Mit einem Mix aus analogen und digitalen Angeboten", sagte die Sprecherin. "Es ist wichtig, das so zu gestalten, dass Kinder im Museum mehr erleben können, und den Besuch nicht nur damit verbinden, dass man Exponate nicht anfassen darf", sagte die Sprecherin. Erfolgreich sei etwa die Wittenberger Schau "Der Mönch war's!".

Zu den größeren Vorhaben in diesem Jahr gehöre die Mitmach-Ausstellung, die im Oktober in Eisleben (Landkreis Mansfeld-Südharz) öffnen soll. Unter dem Motto "Raus mit der Sprache!" will die Schau Besucher dazu anregen, sich aktiv mit der Bedeutung und der Macht von Worten zu beschäftigen - vom Dialekt bis zu falschen Nachrichten und Desinformation, heute eher als Fake News ein Begriff.

Luther wurde 1483 in Eisleben geboren, wo er im Jahr 1546 auch starb. An ihn erinnern in der Kleinstadt zwei Museen, die wie alle Lutherstätten in Sachsen-Anhalt zum Unesco-Welterbe zählen. In Wittenberg verbrachte der Theologe und Universitätsprofessor den Großteil seines Lebens und in Familie. Der Überlieferung nach schlug er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche, sich von Sünden freizukaufen, an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Dies gilt als Beginn der Reformation in Kirche und Gesellschaft. Kritiker sprechen bis heute von einer Spaltung.

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