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Gasleitung angesägt: Geständnis im Prozess

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Gasleitung angesägt: Geständnis im Prozess

17.08.2020, 01:38 Uhr | dpa

Gasleitung angesägt: Geständnis im Prozess. Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: picture alliance / Peter Steffen/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Mit einem Geständnis des Angeklagten hat am Montag der Prozess um eine angesägte Gasleitung vor dem Landgericht Itzehoe begonnen. Der Angeklagte bestätigte den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, am 19.3. dieses Jahres die Gasleitung in seinem Heizungskeller mit einer Metallsäge beschädigt zu haben. "Ich habe sie angesägt, das ist unumstritten", sagte er. Es sei eine "spontane" Tat gewesen - "ohne Vorbereitung und schnell ausgeführt." (Az.: 315 Js 8039/20)

Der 63-Jährige muss sich wegen Mordversuchs vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft will in dem auf insgesamt vier Verhandlungstage anberaumten Prozess beweisen, dass der Angeklagte mit seiner Tat "eine Explosion und die daraus resultierende Lebensgefahr für zwei weitere im Gebäude befindliche Personen billigend in Kauf" nahm, wie ein Behördensprecher sagte. Glück für die Menschen: Das Gasleck wurde vorzeitig entdeckt, so dass es nicht zur Explosion kam.

Der Angeklagte wohnte nach eigenen Angaben seit dem Tod seiner Mutter vor drei bis vier Jahren alleine in seiner Haushälfte. Er ist laut Staatsanwaltschaft seit 1993 wegen einer Psychose in Behandlung. "Es sollte richtig rummsen, aber niemand verletzt werden", erklärte er in seinem Geständnis.

Nach der Tat habe er das Gebäude sofort verlassen und sei "mit Bus und Bahn" in die Klinik gefahren. "Ich möchte in die Psychiatrie", habe er mit einem Koffer in der Hand am Tor gesagt. Einem Arzt habe er anschließend von der angesägten Gasleitung erzählt. Dieser alarmierte sofort die Polizei.

Die Freiwillige Feuerwehr musste damals rund 70 Nachbarn aus den umliegenden Gebäuden in Sicherheit bringen. Bis der Netzbetreiber die Gasverbindung zu dem Doppelhaus unterbrochen hatte, mussten die Menschen rund vier Stunden bis kurz nach Mitternacht außerhalb ihrer Häuser ausharren.

Die Urteilsverkündung ist für den 24.8. geplant.

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