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Landesregierung stellt Weichen für Wiederaufbau der Darßbahn

Schwerin  

Landesregierung stellt Weichen für Wiederaufbau der Darßbahn

18.08.2020, 15:03 Uhr | dpa

Landesregierung stellt Weichen für Wiederaufbau der Darßbahn. Wiederaufbau der Darßbahn

Die alte Meinigenbrücke zwischen der Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst und dem Festland bei Pruchten. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/archiv (Quelle: dpa)

Nach jahrelangen Debatten kommt der Wiederaufbau der sogenannten Darßbahn nun offenbar in Fahrt. Nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat das Kabinett bei seiner Sitzung am Dienstag in Schwerin einen Beschluss zur Wiedererrichtung der Bahnstrecke zur Ferienhalbinsel Darß/Zingst gefasst. Das schließe die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel ein.

Schwesig zufolge liegt die Zusage des Bundes vor, 25,5 Millionen der bislang auf 115 Millionen Euro veranschlagten Gesamtkosten zu übernehmen. Neben dem Land werde sich auch noch die Usedomer Bäderbahn (UBB) als Betreiber an der Finanzierung beteiligen. Wie hoch deren Anteil sein werde, sagte Schwesig nicht. Auch zu den Zeitplänen gab es noch keine konkreten Aussagen.

Allerdings verwies Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) darauf, dass zwei Ingenieurbüros aufgefordert worden seien, Angebote für die Planung der neuen Meiningenbrücke abzugeben, über die künftig neben dem Straßen- auch der Bahnverkehr rollen soll. Im Herbst solle der Auftrag vergeben werden.

Regierungschefin Schwesig bezeichnete die bevorstehende Reaktivierung der Bahnstrecke als "Gemeinschaftsprojekt von engagierten Bürgern vor Ort, Kommunalvertretern, Landesregierung und Bund". Der Neubau sei ein klares Signal an ländliche Regionen, dass auch dort der öffentliche Nahverkehr gewährleistet werde, und ein Beitrag zum Klimaschutz, weil die beliebte Ferienregion an der Ostsee künftig auch wieder direkt mit der Bahn statt mit dem Auto erreichbar sei.

Die hohen Kosten galten jahrelang als Hemmnis für den Neubau der Darßbahn. Allein für die Errichtung einer neuen Brücke über den Meinigenstrom - die einzige Wasserverbindung zwischen Bodden und Ostsee - werden 53 Millionen Euro veranschlagt.

Die Opposition im Landtag begrüßte die Entscheidung der Regierung. "Endlich gibt es einen Beschluss und konkrete Zahlen, wer was finanzieren wird. Das ist ein guter Tag für die Bürgerinitiative "Keine Bahn ist keine Lösung" und für alle Menschen, die sich seit Jahren mit aller Kraft für die Darßbahn einsetzen", erklärte Linksfraktionschefin Simone Oldenburg. Wenn weniger Urlauber mit dem Auto anreisten, sei das gut für Einheimische und Gäste.

Die Darßbahn war 1910 in Betrieb genommen worden und verband das Boddenstädtchen Barth auf dem Festland mit dem etwa 19 Kilometer entfernten Badeort Prerow an der Nordspitze des Darß. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gleise auf der Halbinsel teilweise als Reparationsleistung demontiert. Mit Auflösung von NVA-Stützpunkten in der Region 1990 wurde auch die Strecke Barth-Bresewitz nicht mehr benötigt und der Verkehr eingestellt. Seit 2002 bedient die Usedomer Bäderbahn (UBB) den Abschnitt zwischen Velgast an der Fernstrecke Rostock-Stralsund und Barth regelmäßig mit Nahverkehrszügen.

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