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Mexiko und Vietnam: Sachsen lockt Pflegefachkräfte

Hartmannsdorf  

Mexiko und Vietnam: Sachsen lockt Pflegefachkräfte

19.08.2020, 12:57 Uhr | dpa

Mexiko und Vietnam: Sachsen lockt Pflegefachkräfte. Petra Köpping (SPD)

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen. Foto: Jan Woitas/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Paola, Ana, Ivette und und Melissa hatten sich schick gemacht. Statt Arbeitskleidung trugen die vier Mexikanerinnen Kleider und Kostüme beim Treffen mit Sachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Mittwoch in Hartmannsdorf (Landkreis Mittelsachsen). "Das ist bei uns normal", sagten die vier Frauen übereinstimmend. Sie standen im Mittelpunkt eines für den Freistaat wichtigen Termins: Köpping pries Sachsen als gutes Pflaster für ausländische Fachkräfte, die in der Pflege arbeiten wollen - und vor allem auch können.

Im Ringen um mehr qualifiziertes Personal in der Pflege setzt der Freistaat vermehrt auf ausländische Fachkräfte. Es gebe Kooperationsbeziehungen zu Mexiko und Vietnam, sagte die Ministerin bei einem Besuch in einem Seniorenzentrum in Hartmannsdorf. "Demnächst wollen wir auch aus Brasilien junge Leute holen." Und weiter: "Ich werbe natürlich auch um junge Leute aus Sachsen und Deutschland."

Paola Plascencia, Ana Gamez, Ivette Escobar und Melissa Aguilera sind Krankenschwestern aus Mexiko, die seit Februar dieses Jahres in Sachsen sind. Je zwei von ihnen sind derzeit in Hartmannsdorf und Riesa (Landkreis Meißen) noch als Pflegehilfskräfte angestellt und werden nach bestandenen Prüfungen in den kommenden Wochen ihre Anerkennungsurkunden als Pflegekräfte bekommen.

Nach Aussage von Sebastian Merle, Koordinator für die Anwerbung von Pflegekräften aus Mexiko bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, stehen derzeit zehn Frauen aus dem Land in Sachsen kurz vor dem Abschluss ihres Anerkennungskurses. Sie hätten zuvor in ihrer Heimat ein vierjähriges Studium zur Krankenschwester, eine praktische Ausbildung sowie einen Deutschlehrgang über mindestens ein halbes Jahr absolviert. Die zehn Mexikanerinnen verteilen sich auf Heime in Hartmannsdorf und Riesa sowie Borna (Landkreis Leipzig) und Kamenz (Landkreis Bautzen).

Ein schwieriger Teil ihres Arbeitslebens sei immer noch die deutsche Sprache, sagte Paola Plascencia. Aber Probleme gebe es dennoch nicht. "Ich kann die Bewohner verstehen, sie können mich verstehen", berichtete die Mexikanerin. Die Arbeit mache ihr und ihren Landsfrauen Spaß. "Jeder Tag ist anders." Sie könnten helfen, dass die Menschen in den Pflegeeinrichtungen ihre Lebensqualität behalten.

Nancy Dargel, Leiterin des Azurit Seniorenzentrum Recenia in Hartmannsdorf, zeigte sich angetan von ihren Mitarbeiterinne aus Übersee. "Ich freue mich, dass wir die Mexikanerinnen haben. Wenn sie ihre Anerkennungsurkunden haben, werden wir sie umgehend als Pflegefachkräfte einsetzen", sagte sie und betonte: "Wenn es im nächsten Jahr wieder das Angebot gibt, junge Mexikanerinnen zu uns zu holen, sind wir unbedingt dabei."

In ihrem Haus gibt es aktuell 100 Bewohner sowie 90 Mitarbeiter über alle Bereiche hinweg. Neben drei Mexikanerinnen, von denen zwei bereits ihre Prüfung zur Anerkennung ihrer Qualifikation bestanden haben, werden dort auch drei Frauen und zwei Männer zu Pflegefachkräften ausgebildet.

Geht es nach Köpping, könnten noch viel mehr Fachkräfte auch aus nichteuropäischen Ländern nach Sachsen kommen. "Wir haben noch Reserven, wir könnten noch mehr machen", sagte die SPD-Politikerin. Nach Angaben aus ihrem Haus bleibt die Altenpflege trotz gleichbleibend hoher Ausbildungszahlen mit rund 1600 Anfängern pro Jahr durch einen zunehmenden Fachkräftemangel gekennzeichnet. Daher sei absehbar die pflegerische Versorgung nur unter Einbeziehung ausländischer Pflegefachkräfte möglich.

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