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Behörden: Gesundheitszustand von Nawalny unverändert

Omsk  

Behörden: Gesundheitszustand von Nawalny unverändert

21.08.2020, 06:37 Uhr | dpa

Behörden: Gesundheitszustand von Nawalny unverändert. Oppositionsführer Nawalny

Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland, schaut in die Runde. Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa (Quelle: dpa)

Der Gesundheitszustand des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny auf der Intensivstation eines Krankenhauses in der sibirischen Großstadt Omsk ist den Gesundheitsbehörden der Region zufolge unverändert. Es gebe keine neue Entwicklung, teilte der Pressedienst des örtlichen Gesundheitsministeriums der Agentur Interfax am Freitag mit. Ärzte hatten den Zustand als schwer, aber stabil eingeschätzt. Geprüft werde aktuell mit Spezialisten aus Moskau, ob er für die Verlegung in eine andere Klinik transportfähig sei. Er soll in Deutschland behandelt werden - wegen des dringenden Verdachts einer schweren Vergiftung. Er wurde im Koma künstlich beamtet, hieß es.

Der 44-Jährige hatte am Donnerstag nach Angaben seiner Sprecherin Kira Jarmysch vor dem Abflug von Tomsk nach Moskau einen Tee getrunken. Das Getränk könnte nach ihren Vermutungen vergiftet gewesen sein. Das Flugzeug musste wegen des Notfalls in Omsk zwischenlanden. Nawalny ist ein scharfer Kritiker des russischen Machtapparats und war mehrfach das Ziel von Anschlägen.

Jarmysch hatte am Donnerstag bestätigt, dass die Familie internationale Angebote für eine Behandlung Nawalnys im Ausland bekommen habe, ohne Details zu nennen. Sie begründete eine Verlegung mit der nicht ausreichenden Ausstattung der Klinik und machte Sicherheitsbedenken geltend.

Ein Spezialflugzeug, das ihn Omsk nach Berlin bringen soll, war am frühen Freitagmorgen aus Deutschland gestartet, wie der Filmproduzent Jaka Bizilj der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es sind rund 4000 Kilometer Entfernung zwischen beiden Orten. Demnach befand sich auch ein Team von Medizinern an Bord der Maschine.

Nawalny hatte sich in Sibirien zu einer politischen Reise aufgehalten, um die Regionalwahlen im September vorzubereiten. Er warb dort für seine Strategie einer so bezeichneten "klugen Abstimmung", die darauf gerichtet ist, jede beliebige Partei zu wählen - nur nicht die Kremlpartei Geeintes Russland. Er will damit deren Dominanz in Russland brechen. Nawalny gilt innenpolitisch als Staatsfeind Nummer eins des Kreml.

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