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Brandstiftung: Bewährungsstrafe für 50-Jährigen

Fulda  

Brandstiftung: Bewährungsstrafe für 50-Jährigen

26.08.2020, 03:32 Uhr | dpa

Brandstiftung: Bewährungsstrafe für 50-Jährigen. Justitia-Statue

Eine Bronzeplastik der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Das Landgericht Fulda hat am Mittwoch einen ursprünglich wegen versuchten Mordes angeklagten 50-Jährigen aus Nüsttal-Morles (Kreis Fulda) wegen schwerer Brandstiftung zu zwei Jahren Haft mit Bewährung verurteilt. Die Bewährungszeit beträgt fünf Jahre. Außerdem muss er der geschädigten Familie ein Schmerzensgeld zahlen, sämtliche Gerichtskosten des Verfahrens tragen, 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten sowie eine Geldbuße zahlen, sobald der gelernte Bäcker wieder eine Arbeit hat. Der Mann hatte vor Gericht gestanden, am 20. Oktober 2018 seine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus angezündet zu haben.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft ihn wegen versuchten Mordes angeklagt, weil sich im Obergeschoss noch eine Frau mit ihren beiden Kleinkindern aufgehalten hatte. Das Gericht begründet das Urteil damit, dass der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts keinen Tötungsvorsatz gehabt habe. Bei dem Feuer war niemand verletzt worden. Zudem habe er den Brand unmittelbar nach der Tat in der direkt angrenzenden Pizzeria gemeldet. Das wertete das Gericht als Rücktritt von der Tat. Der Richter erklärte, hier baue das Gesetz dem Täter eine goldene Brücke und lasse ihn straffrei ausgehen.

Der Angeklagte habe auch keine schwere Gesundheitsschädigung der Familie in Kauf genommen, sondern sei ganz auf seine eigene verzweifelte Lage fixiert gewesen. Wegen eines Feuchtigkeitsschadens war die Zimmerdecke seiner Wohnung an mehreren Stellen eingestürzt. Die Versicherung wollte nicht zahlen. Der Mann erlitt eine posttraumatische Störung, begann zu trinken und wurde depressiv. Das minderte seine Schuldfähigkeit. Obwohl die Kinder immer noch Schlafstörungen haben, hält das Gericht ihm sein Geständnis zugute, auch dass er bisher völlig unbescholten gelebt hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb einer Woche kann Revision eingelegt werden.

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