Sie sind hier: Home > Regional >

Nord-SPD kämpft um 30-Stunden-Arbeitswoche

Rendsburg  

Nord-SPD kämpft um 30-Stunden-Arbeitswoche

28.08.2020, 01:43 Uhr | dpa

Nord-SPD kämpft um 30-Stunden-Arbeitswoche. Serpil Midyatli, SPD-Landesvorsitzende

Serpil Midyatli, SPD-Landesvorsitzende. Foto: Frank Molter/dpa (Quelle: dpa)

Die SPD in Schleswig-Holstein setzt sich ein für eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Forderung spielt eine zentrale Rolle in einem Antrag, den ein sogenannter Kleiner Parteitag am Freitag in Rendsburg auf den Weg gebracht hat. Die Corona-Krise habe den Wandel in der Arbeitswelt noch einmal kräftig beschleunigt, sagte die Landesvorsitzende Serpil Midyatli vor 40 Mitgliedern des Landesparteirates und rund 60 Gästen. "Wir wollen den Fortschritt und den Wandel nicht stoppen, sondern mitgestalten."

Die Nord-SPD will ein neues Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit herstellen, wie es in dem Antrag heißt. Die 30-Stunden-Woche sei auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel und helfe auf dem Weg aus der Corona-Krise. Weniger Arbeit bedeute auch weniger Krankheit, sagte Midyatli. Jeder zehnte Polizist im Land sei krankgeschrieben. Die Durchsetzung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich werde kein Spaziergang, sagte Midyatli. "Da werden wir auch viel Gegenwind erfahren."

Als Beispiel für positive Effekte einer Arbeitszeitverkürzung hob die SPD-Landesvorsitzende die Pflege hervor. Viele Pflegekräfte wechselten wegen der harten Arbeitsbedingungen in andere Berufe. Einen Teil könnte man zurückgewinnen, wenn die Arbeitszeit sinkt. Unter der Überschrift "Feierabend ist Feierabend. Wochenende ist Wochenende. Urlaub ist Urlaub" setzt sich die SPD dafür ein, Arbeit und Freizeit klar voneinander zu trennen.

Midyatli warf der Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP Versagen bei den Themen Thema Arbeit und Wirtschaft vor. Mit dem Stocken beim Ausbau der Windenergie habe das Land hier drei Jahre verloren. Die SPD könne als einzige Partei dafür sorgen, dass der ökologische Umbau sozialverträglich gestaltet wird, sagte Landtagsfraktionschef Ralf Stegner.

Die SPD strebt auch ein Recht auf Homeoffice an. Dies müsse verbunden werden mit einem Recht auf Ganztagsbetreuung an den Grundschulen, sagte der Bundestagsabgeordnete Sönke Rix. Ursprünglich wollte die SPD über das Thema Arbeit im 21. Jahrhundert auf einem ordentlichen Landesparteitag im März beraten. Die Corona-Pandemie hat das verhindert. Die SPD-Veranstaltung in Rendsburg ist überhaupt die erste dieser Art einer Partei im Norden in der Corona-Zeit.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal